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Bahnausbau in Tschechien: Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn ganz im Zeichen von Modernisierung

Das europäische Zugsicherungssystem ETCS sorgte für rund 40 Millionen sicherere Zugkilometer

Bahnausbau in Tschechien: Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn ganz im Zeichen von Modernisierung
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Die tschechische Bahn rüstet ihr Netz für die Zukunft: Neue Strecken, modernisierte Bahnhöfe und moderne Sicherheitstechnik sorgen künftig für schnelleres und komfortableres Reisen.


Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn im Zeichen von Modernisierung, Instandhaltung und der Vorbereitung neuer Großprojekte. Über 300 Kilometer Gleise wurden erneuert, Bahnhöfe sensibel saniert, das ETCS-Sicherheitssystem sorgte für rund 40 Millionen sicherere Zugkilometer, und zahlreiche Großprojekte wurden vorangetrieben. Im kommenden Jahr wird insbesondere das Projekt der Bahnverbindung Prag–Flughafen–Kladno sichtbare Gestalt annehmen.


Im Dezember erhielt die Tschechische Eisenbahnverwaltung (Správa železnic) die Baugenehmigung für den 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ruzyně und Kladno – der längste Teil des Projekts. „Ein Großteil der Strecke verläuft neu; dank geraderer Kurven und Elektrifizierung können Züge künftig bis zu 145 km/h fahren. Das verkürzt die Reisezeit zwischen Prag und der größten Stadt Mittelböhmens deutlich“, erklärt Mojmír Nejezchleb, stellvertretender Leiter für Modernisierung bei der Správa železnic. Die Bauarbeiten sollen nach Vertragsunterzeichnung mit dem Auftragnehmer vier Jahre dauern.


Bahnausbau in Tschechien: Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn ganz im Zeichen von Modernisierung
Visualisierung: Správa železnic

Parallel laufen die Vorbereitungen für weitere Abschnitte der Strecke. So begannen im September Arbeiten an einem neuen Bahnhof in Kladno – dem ersten Holzbahnhof in Tschechien. Für den zukünftigen unterirdischen Bahnhof am Flughafen liegt inzwischen eine rechtskräftige Genehmigung vor. Zudem werden Tunneltrassen zwischen Dejvice und Veleslavín geologisch untersucht.


Weitere Großprojekte in Vorbereitung


Auch auf anderen Strecken stehen Fortschritte bevor. Die Modernisierung der Bahnstrecke Prag–München kommt voran, besonders der Abschnitt Plzeň–Nýřany–Chotěšov; die Vorbereitungen sind bereits weit fortgeschritten – Baubeginn könnte bereits in diesem Jahr erfolgen. Außerdem wird die Verbindung Mladá Boleslav–Liberec ausgebaut; für den Knotenpunkt Turnov soll in diesem Jahr ein Ausschreibungsverfahren gestartet werden. Für den Güterverkehr ist die Sanierung des Abschnitts Hradec Králové–Týniště nad Orlicí der Strecke Velký Osek–Choceň von Bedeutung.


Bahnausbau in Tschechien: Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn ganz im Zeichen von Modernisierung
Foto: Správa železnic

Moderne Bahnknoten und barrierefreie Bahnhöfe


Bereits im letzten Jahr startete die Modernisierung wichtiger Bahnknoten. In Česká Třebová werden alle Bahnsteige erneuert und eine neue Fußgängerbrücke über die Gleise gebaut. Das Projekt ermöglicht schnellere Durchfahrten und reduziert Lärm. In Hradec Králové erhalten Reisende barrierefreien Zugang zu den Zügen, ein neuer Bahnsteig kommt noch hinzu.


Auch Vorstädte Prags profitierten: Die Strecken Čelákovice–Mstětice und Karlštejn–Beroun wurden umfassend erneuert, zudem werden die Bahnhöfe Prag-Smíchov und Masarykovo nádraží modernisiert.


Sicherer und schneller dank ETCS


Das europäische Zugsicherungssystem ETCS bewährte sich auf den Hauptstrecken: Seit Januar passierten über eine halbe Million Züge insgesamt rund 40 Millionen Kilometer ohne Zwischenfälle. Zudem ermöglicht das System höhere Geschwindigkeiten: Pendolino-Züge erreichten im September erstmals 200 km/h auf der Strecke Prag–České Budějovice. 2026 wird die ETCS-Abdeckung auf weitere regionale Strecken ausgeweitet.


Bahnausbau in Tschechien: Das Jahr 2025 stand bei der tschechischen Eisenbahn ganz im Zeichen von Modernisierung
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

Voraussetzungen für Hochgeschwindigkeitsstrecken geschaffen


Für die Hochgeschwindigkeitsstrecken (VRT) Přerov–Ostrava und Brno–Břeclav wurden wichtige Genehmigungen erteilt; Grundstücke können nun erworben werden. Der Abschnitt Přerov–Ostrava verfügt über ein vollständiges Beraterteam für das erste PPP-Hochgeschwindigkeitsprojekt, einschließlich Arbeiten an der Konzessionsvereinbarung. Gleichzeitig läuft die Modernisierung der bestehenden Strecke Brno–Přerov, einschließlich zweigleisiger Abschnitte. Zukünftige Züge sollen bis zu 200 km/h erreichen. Auch die geotechnische Voruntersuchung für den Erzgebirgstunnel (Krušnohorský-Tunnel) Prag–Dresden wurde begonnen.


Historische Bahnhöfe erstrahlen in neuem Glanz


Mehrere denkmalgeschützte Bahnhöfe wurden saniert, darunter Františkovy Lázně und Žatec, die ihr ursprüngliches Aussehen zurückbekamen. In Mladá Boleslav entsteht ein moderner Verkehrsterminal, und das Fantov-Gebäude des Prager Hauptbahnhofs wird weiterhin behutsam renoviert.

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