Prag plant Kauf von bis zu 140 neuen Batterie-Trolleybussen
Die Prager Verkehrsbetriebe investieren in den weiteren Ausbau des elektrischen öffentlichen Nahverkehrs

Die Prager Verkehrsbetriebe wollen ihre Trolleybusflotte deutlich erweitern. Insgesamt sollen bis zu 140 neue Batterie-Trolleybusse angeschafft werden, die künftig auf weiteren elektrifizierten Buslinien in der tschechischen Hauptstadt zum Einsatz kommen.
Die Prager Verkehrsbetriebe (Dopravní podnik hl. m. Prahy) haben eine öffentliche Ausschreibung für die Lieferung von bis zu 140 neuen Batterie-Trolleybussen gestartet. Mit dem Gewinner der Ausschreibung soll ein Rahmenvertrag über fünf Jahre abgeschlossen werden.
Der geschätzte Gesamtwert des Auftrags beträgt 2,64 Milliarden Kronen (ohne MwSt.). Für die Finanzierung konnte DPP Fördermittel der Europäischen Union aus dem Programm IROP sowie aus dem Programm TRANSGov des Modernisierungsfonds sichern.
Der Ausbau des Trolleybusnetzes ist Teil der langfristigen Strategie, den öffentlichen Nahverkehr in Prag schrittweise auf emissionsärmere Antriebe umzustellen.

Bis zu 80 Gelenktrolleybusse und 60 Standardfahrzeuge
Die Ausschreibung umfasst bis zu 80 Gelenktrolleybusse mit einer Länge von 18 Metern sowie bis zu 60 zwölf Meter lange Standardfahrzeuge. Zusätzlich ist die Beschaffung von bis zu 140 neuen Ersatzbatterien vorgesehen.
Zum Auftrag gehören außerdem 35 Hard- und Softwarepakete zur Fahrzeugdiagnose, sechs mobile Ladegeräte sowie Serviceleistungen außerhalb und nach Ablauf der Garantiezeit. Auch die technische Betreuung und Weiterentwicklung des Energiemanagementsystems sowie der Fahrgastinformations- und Abfertigungssysteme sind Bestandteil der Ausschreibung.
Mindestens 20 Kilometer Reichweite im Batteriebetrieb
An die neuen Fahrzeuge stellt DPP konkrete technische Anforderungen. Sowohl die Standard- als auch die Gelenktrolleybusse müssen eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mindestens 70 km/h erreichen – unabhängig davon, ob sie über die Oberleitung oder ihre Batterien mit Strom versorgt werden.
Im reinen Batteriebetrieb wird eine garantierte Reichweite von mindestens 20 Kilometern verlangt. Diese muss auch bei voller Besetzung, eingeschalteter Heizung oder Klimaanlage sowie unter unterschiedlichen Wetter- und Betriebsbedingungen erreicht werden. Die Reichweite muss zudem während der gesamten Lebensdauer der Batterien gewährleistet sein.

Alle Fahrzeuge müssen darüber hinaus über ein System zur Rückgewinnung von Bremsenergie verfügen. Damit kann ein Teil der beim Bremsen entstehenden Energie wieder für den Antrieb genutzt werden.
Im Rahmen des geplanten Vertrags kann DPP je nach Bedarf zwischen einem und 20 Fahrzeuge pro Bestellung abrufen. Die Lieferfrist beträgt für Standardtrolleybusse maximal zwölf Monate und für Gelenkfahrzeuge maximal 14 Monate nach Abschluss des jeweiligen Einzelvertrags.
Weitere Buslinien in Prag sollen elektrifiziert werden
Mit dem neuen Rahmenvertrag will DPP sicherstellen, dass für den schrittweisen Ausbau des Trolleybusnetzes rechtzeitig ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
Derzeit verfügt der Verkehrsbetrieb lediglich über einen Rahmenvertrag für Standardtrolleybusse. Von den maximal 70 vorgesehenen Fahrzeugen wurden bislang 30 abgerufen. Die verbleibenden 40 sollen künftig auf den Linien 191 und 201 eingesetzt werden.
Für weitere Elektrifizierungsprojekte werden zusätzliche Fahrzeuge benötigt. Gelenktrolleybusse sind unter anderem für die Linien 150, 158 und 184 vorgesehen.
Mit der geplanten Beschaffung bereitet sich der Prager Verkehrsbetrieb damit auf den weiteren Ausbau seines elektrischen Liniennetzes in den kommenden Jahren vor.










