Prag plant viertes Bahngleis zwischen Běchovice und Libeň
Der Ausbau soll die Kapazität des Prager Bahnnetzes erhöhen und die Strecke auf den künftigen Hochgeschwindigkeitsverkehr vorbereiten

Prag arbeitet weiter am Ausbau seiner Eisenbahninfrastruktur. Zwischen Běchovice und Libeň soll die bestehende Bahnstrecke um ein viertes Gleis erweitert werden. Dadurch sollen Regional- und Fernverkehr künftig besser voneinander getrennt und zusätzliche Kapazitäten für Hochgeschwindigkeitszüge geschaffen werden.
Die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic hat eine öffentliche Ausschreibung für die Erstellung der Projektunterlagen für den nördlichen Abschnitt der Prager Hochgeschwindigkeitsstrecke (VRT Praha) gestartet. Der geschätzte Auftragswert beträgt rund 323 Millionen Kronen.
Die Ausschreibung knüpft an die in diesem Jahr abgeschlossene Dokumentation für das Raumordnungsverfahren an und leitet die nächste Phase der Projektvorbereitung ein. Das ausgewählte Planungsbüro soll sowohl die Unterlagen für die Baugenehmigung als auch die Ausführungsplanung erstellen. Darüber hinaus sind umfangreiche geologische Untersuchungen vorgesehen.
Viertes Gleis soll mehr Kapazität für Regional- und Fernverkehr schaffen
Der bestehende dreigleisige Bahnkorridor zwischen Běchovice und Libeň soll auf seiner gesamten Länge um ein zusätzliches Gleis auf der Südseite erweitert werden. Der Abschnitt ist für die weitere Entwicklung des Bahnverkehrs besonders wichtig. Das vierte Gleis soll zuverlässigere Verbindungen ermöglichen – sowohl für Fahrgäste innerhalb Prags als auch für Reisende aus anderen Teilen Tschechiens.

Künftig sollen auch Hochgeschwindigkeitszüge die modernisierte Strecke nutzen. Aufgrund der umliegenden Bebauung werden diese dort allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit verkehren.
Neue Bahnsteige und barrierefreie Zugänge
Der Ausbau bringt auch Veränderungen für mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte entlang der Strecke mit sich.
Am Bahnhof Praha-Libeň soll ein vierter Bahnsteig entstehen. Zudem ist eine Verlängerung der bestehenden Unterführung geplant, die künftig einen Zugang von beiden Seiten der Gleisanlagen ermöglichen soll.
Auch die Haltepunkte Praha-Kyje und Praha-Dolní Počernice sollen modernisiert werden. Vorgesehen sind eine neue Anordnung der Bahnsteige sowie barrierefreie Zugänge.
Umfangreiche Veränderungen sind ebenfalls im Bereich Běchovice geplant. Dort soll die modernisierte Strecke künftig an die geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung in Richtung Brünn angebunden werden. Die Arbeiten betreffen sowohl den Bahnhof Praha-Běchovice als auch den Haltepunkt Praha-Běchovice střed.

Baubeginn frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2029
Die Vorbereitungen werden mit weiteren großen Eisenbahnprojekten in Prag abgestimmt. Dazu gehören die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Běchovice und Poříčany, der südliche Abschnitt der Prager Hochgeschwindigkeitsanbindung zwischen Vršovice und Běchovice sowie das Projekt Libeňský přesmyk.
Wenn die weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren wie vorgesehen verlaufen, könnte der Bau des zusätzlichen Gleises in der zweiten Jahreshälfte 2029 beginnen.










