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Neubauwohnungen in Prag so teuer wie nie zuvor – durchschnittlicher Angebotspreis erstmals über 190.000 Kronen

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

Die Nachfrage nach Neubauwohnungen in Prag bleibt trotz steigender Preise und schwieriger Finanzierungsbedingungen hoch

Neubauwohnungen in Prag so teuer wie nie zuvor – durchschnittlicher Angebotspreis erstmals über 190.000 Kronen
Foto: Central Group

Die durchschnittlichen Angebotspreise für Neubauwohnungen in Prag haben einen neuen Rekordwert erreicht und liegen erstmals über 190.000 Kronen pro Quadratmeter. Trotz steigender Preise und schwieriger Finanzierungsbedingungen bleibt die Nachfrage hoch.


Der Prager Immobilienmarkt zeigt sich weiterhin robust. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden in der tschechischen Hauptstadt insgesamt 5.350 Neubauwohnungen verkauft. Gleichzeitig erreichten die durchschnittlichen Angebotspreise einen neuen Höchststand und überschritten erstmals die Marke von 190.000 Kronen pro Quadratmeter. Auch das Wohnungsangebot ist deutlich gestiegen. Das geht aus einer aktuellen gemeinsamen Marktanalyse der Immobilienentwickler Trigema, Central Group und Skanska Residential hervor.


Wohnungsverkäufe bleiben über dem langjährigen Durchschnitt


Allein im dritten Quartal 2026 wurden in Prag rund 1.600 Neubauwohnungen verkauft. Seit Jahresbeginn summiert sich die Zahl damit auf 5.350 Einheiten. Das entspricht einem Rückgang von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der allerdings von Rekordverkäufen geprägt war. Als Gründe für die leichte Abschwächung nennen die Immobilienentwickler vor allem gestiegene Hypothekenzinsen, strengere Finanzierungsbedingungen für Anlageimmobilien sowie die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung.


Besonders gefragt waren Neubauwohnungen in den Prager Bezirken 5 und 9. Auf beide entfiel jeweils etwa ein Viertel aller Verkäufe. Dahinter folgten Prag 10 mit rund 17 Prozent und Prag 8 mit etwa zehn Prozent. Zusammen machten diese vier Bezirke rund drei Viertel des gesamten Absatzes aus.


Bei den Wohnungsgrößen dominieren weiterhin kleinere Einheiten. Wohnungen mit zwei Zimmern und Kochnische (2+kk) machten 45 Prozent der Verkäufe aus, Einzimmerwohnungen mit Kochnische (1+kk) weitere 27 Prozent. Aufgrund ihrer niedrigeren Gesamtkosten sind sie sowohl bei Eigennutzern als auch bei Kapitalanlegern besonders beliebt.


Neubauwohnungen in Prag so teuer wie nie zuvor – durchschnittlicher Angebotspreis erstmals über 190.000 Kronen
Foto: Central Group

Angebotspreise steigen auf fast 194.000 Kronen pro Quadratmeter


Die Preise für Neubauwohnungen in Prag erreichten im dritten Quartal erneut historische Höchststände. Der durchschnittliche Angebotspreis stieg auf 193.814 Kronen pro Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozent gegenüber dem Vorquartal und knapp zwölf Prozent innerhalb eines Jahres.


Auch die tatsächlich erzielten Verkaufspreise legten weiter zu. Sie erreichten durchschnittlich 186.408 Kronen pro Quadratmeter und lagen damit zwei Prozent über dem Vorquartal und zehn Prozent über dem Vorjahresniveau.


Zu den wichtigsten Preistreibern zählen die anhaltend hohe Nachfrage, steigende Finanzierungskosten sowie hohe Material-, Arbeits- und Grundstückskosten. Hinzu kommen langwierige Genehmigungsverfahren, die den Wohnungsbau in Prag seit Jahren bremsen.


Neubauwohnungen in Prag so teuer wie nie zuvor – durchschnittlicher Angebotspreis erstmals über 190.000 Kronen
Foto: Central Group

Die vergleichsweise günstigsten Neubauwohnungen waren weiterhin in Prag 9 und Prag 10 zu finden. Dort bewegten sich die durchschnittlichen Quadratmeterpreise zwischen 170.000 und 175.000 Kronen.


Deutlich teurer ist das Wohnen im Zentrum. In Prag 1 lag der Durchschnittspreis bei mehr als 319.000 Kronen pro Quadratmeter, wobei die geringe Zahl verkaufter Wohnungen die Statistik beeinflusst. Es folgten Prag 2 mit rund 282.000 Kronen und Prag 7 mit knapp 217.000 Kronen pro Quadratmeter.


Inzwischen liegen die durchschnittlichen Angebotspreise in fünf der zehn großen Prager Stadtbezirke über 200.000 Kronen pro Quadratmeter.


Auffällig sind auch die Preisunterschiede zwischen den Wohnungsgrößen. Einzimmerwohnungen (1+kk) waren mit durchschnittlich mehr als 210.000 Kronen pro Quadratmeter am teuersten. Bei den besonders beliebten Zweizimmerwohnungen (2+kk) lag der durchschnittliche Verkaufspreis bei rund 184.000 Kronen. Wohnungen mit drei Zimmern und Kochnische (3+kk) waren mit rund 168.000 Kronen pro Quadratmeter vergleichsweise günstiger.


Hypothekenmarkt trotz hoher Zinsen stabil


Auch die Entwicklung auf dem Hypothekenmarkt deutet auf eine weiterhin starke Nachfrage nach Wohneigentum hin. Nach einer leichten Abschwächung im Sommer hat sich das Geschäft mit Immobilienkrediten wieder stabilisiert.


Zwischen Januar und September 2026 vergaben Banken und Bausparkassen in Tschechien neue Hypothekendarlehen im Gesamtvolumen von 301,4 Milliarden Kronen. Das waren rund 66 Milliarden Kronen mehr als im Vorjahreszeitraum.


Neubauwohnungen in Prag so teuer wie nie zuvor – durchschnittlicher Angebotspreis erstmals über 190.000 Kronen
Foto: Tierra Mallorca | Unsplash

Größtes Wohnungsangebot seit zehn Jahren


Während die Preise weiter steigen, hat sich das Angebot auf dem Prager Neubauwohnungsmarkt deutlich verbessert. Ende September standen in der Hauptstadt rund 7.200 neue Wohnungen zum Verkauf. Das waren zwölf Prozent mehr als im Vorquartal und 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit erreichte das Angebot den höchsten Stand seit zehn Jahren.


Besonders groß war das Angebot in Prag 5, wo sich rund 22 Prozent aller verfügbaren Neubauwohnungen befanden. Prag 9 und Prag 10 folgten mit jeweils 19 Prozent. Zusammen konzentrierten sich damit etwa 60 Prozent des gesamten Angebots auf diese drei Bezirke.


Im Stadtzentrum bleibt die Auswahl dagegen begrenzt. Auf Prag 1 und Prag 2 entfielen zusammen lediglich rund 2,6 Prozent aller verfügbaren Neubauwohnungen.


Prag benötigt mindestens 10.000 neue Wohnungen pro Jahr


Trotz des gestiegenen Angebots bleibt der Wohnungsbau in der tschechischen Hauptstadt deutlich hinter dem langfristigen Bedarf zurück. Nach Angaben des Tschechischen Statistikamtes wurden zwischen Januar und August 2026 insgesamt 4.848 Wohnungen in Prager Mehrfamilienhäusern genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von fast 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.


Allerdings reichen diese Zahlen nicht aus, um den seit Jahren bestehenden Wohnungsmangel auszugleichen. Nach Berechnungen des Prager Instituts für Planung und Entwicklung (IPR) müssten in der Hauptstadt jährlich mindestens 10.000 neue Wohnungen genehmigt und gebaut werden, um den langfristigen Bedarf zu decken.

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