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ČEZ baut viertes großes Pumpspeicherkraftwerk der Tschechischen Republik

Umbau des Kraftwerks Orlík soll bis 2033 abgeschlossen sein

ČEZ baut viertes großes Pumpspeicherkraftwerk der Tschechischen Republik
Foto: ČEZ

Mit einer weltweit einzigartigen Modernisierung will ČEZ das Wasserkraftwerk Orlík bis 2033 zum vierten großen Pumpspeicherkraftwerk der Tschechischen Republik ausbauen. Die Anlage soll künftig Strom für den täglichen Bedarf von rund 80.000 Haushalten speichern können.


Die Tschechische Republik soll bis zum Jahr 2033 ein viertes großes Pumpspeicherkraftwerk erhalten. Der Energiekonzern ČEZ plant, das Wasserkraftwerk Orlík, etwa 60 Kilometer südlich von Prag, umfassend zu modernisieren und teilweise in ein Pumpspeicherkraftwerk umzubauen. Nach den Anlagen in Dlouhé Stráně, Dalešice und Štěchovice wird damit künftig auch am Orlík-Stausee elektrische Energie in Form von Wasser gespeichert werden können.


Im Rahmen des Projekts werden zwei der vier Turbinensätze der Anlage mit einer neuen Technologie ausgestattet, die einen bidirektionalen Betrieb ermöglicht. Künftig soll Wasser aus dem tiefer gelegenen Kamýk-Stausee zurück in den höher gelegenen Orlík-Stausee gepumpt werden können. Dadurch lässt sich überschüssige elektrische Energie speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen.


ČEZ baut viertes großes Pumpspeicherkraftwerk der Tschechischen Republik
Foto: ČEZ

Nach Angaben von ČEZ wird die Anlage eine Speicherkapazität von bis zu 750 Megawattstunden erreichen. Das entspricht etwa dem täglichen Stromverbrauch von rund 80.000 tschechischen Haushalten. Die Umrüstung gilt auch aus technischer Sicht als außergewöhnlich: Sowohl die Umwandlung eines bestehenden großen Wasserkraftwerks in ein Pumpspeicherkraftwerk als auch der Austausch von Kaplan-Turbinen durch reversible Francis-Turbinen gelten als weltweit einmalige Lösungen.


Das Wasserkraftwerk Orlík wurde vor 63 Jahren in Betrieb genommen und ist ein zentraler Bestandteil der Moldau-Kaskade. Mit der geplanten Modernisierung soll die Anlage künftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch als großflächiger Energiespeicher dienen. Der Höhenunterschied von rund 70 Metern zwischen den Stauseen Kamýk und Orlík ermöglicht dabei einen effizienten Pumpbetrieb.


Betrieb der Anlage soll während der Bauarbeiten weitgehend aufrechterhalten werden


Ein Vorteil des Projekts liegt darin, dass keine zusätzlichen Flächen benötigt werden. Die neue Pumpspeicherfunktion wird innerhalb der bestehenden Infrastruktur realisiert. Gleichzeitig soll der Betrieb der Anlage während der Bauarbeiten weitgehend aufrechterhalten werden. Nach Angaben von ČEZ werden während der schrittweisen Modernisierung stets mindestens zwei der vier Turbinensätze in Betrieb bleiben.


ČEZ baut viertes großes Pumpspeicherkraftwerk der Tschechischen Republik
Foto: ČEZ

Die eigentlichen Umbauarbeiten sollen 2027 beginnen. Bis 2033 werden alle vier Maschinensätze modernisiert. Die Gesamtleistung des Kraftwerks bleibt bei 364 Megawatt. Zwei Turbinen mit einer Leistung von jeweils 95 Megawatt werden weiterhin im klassischen Betrieb arbeiten, während zwei neue reversible Turbinen mit jeweils 87 Megawatt für den Pumpspeicherbetrieb vorgesehen sind.


Mit dem Projekt soll die Speicherkapazität der tschechischen Pumpspeicherkraftwerke um mehr als zwölf Prozent steigen. Gleichzeitig soll die modernisierte Anlage die Stabilität des Stromnetzes verbessern und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern.

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