Tschechiens Finanzielle Lage verbessert sich im EU-Vergleich erneut
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Index für Wohlstand und finanzielle Gesundheit: Hohe Sparquote bringt Tschechien auf Platz sieben – Schwächen bleiben bei Energiekosten, Investitionen und finanzieller Gleichstellung

Tschechien steigt im europäischen Index für Wohlstand und finanzielle Gesundheit weiter auf. Ausschlaggebend ist vor allem die hohe Sparquote der Haushalte – Schwächen bestehen jedoch weiterhin bei Energiekosten, Investitionen und der finanziellen Gleichstellung.
Tschechien hat sich im aktuellen Index für Wohlstand und finanzielle Gesundheit weiter verbessert und belegt nun den siebten Platz unter den EU-Mitgliedstaaten. Ausschlaggebend für das bislang beste Ergebnis ist vor allem die hohe Sparquote der tschechischen Haushalte. Gleichzeitig bestehen weiterhin Defizite bei den Energiekosten, den Investitionen privater Haushalte sowie der finanziellen Gleichstellung von Frauen und Männern.
Seit der ersten Erhebung im Jahr 2022 hat sich Tschechien kontinuierlich verbessert. Damals belegte das Land noch Rang 13. Trotz weiterhin überdurchschnittlich hoher Ausgaben für Energie und eines im europäischen Vergleich geringen Anteils von Investitionen am Haushaltsvermögen konnten sich beide Bereiche leicht verbessern.
Nach Angaben der Analystin Tereza Hrtúsová von Česká spořitelna verfügten tschechische Haushalte Ende Mai 2026 über Einlagen in Höhe von rund 3,3 Billionen Kronen auf täglich verfügbaren Bankkonten. Fast die Hälfte davon – 46 Prozent – lag auf Girokonten.

Gleichzeitig wächst das Interesse am Investieren. Laut Daten der tschechischen Kapitalmarktvereinigung bezeichnen sich inzwischen 46 Prozent der Tschechen als Anleger, weitere 27 Prozent ziehen Investitionen aktiv in Betracht. Der Anteil der Menschen, die Investitionen grundsätzlich ablehnen, geht dagegen zurück. Dies gilt als Hinweis auf eine steigende Finanzkompetenz und eine größere Bereitschaft, Ersparnisse gewinnbringend anzulegen.
Weniger positiv entwickelte sich hingegen die finanzielle Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Im entsprechenden Teilbereich des Gender Equality Index (GEI) fiel Tschechien von Platz 15 auf Rang 18 zurück. Allerdings weist der Bericht darauf hin, dass auch Änderungen der Bewertungsmethodik Einfluss auf das Ergebnis gehabt haben könnten.
Besonders schwach schneidet Tschechien weiterhin bei der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Machtverteilung zwischen den Geschlechtern ab. In dieser Kategorie gehört das Land zu den Schlusslichtern innerhalb der Europäischen Union. Die ungleiche Stellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt bleibt damit eine der langfristigen Herausforderungen des Landes.
Hohe Sparquote stärkt Tschechiens Finanzlage
Den siebten Platz im EU-Vergleich verdankt Tschechien vor allem der ausgeprägten Sparneigung seiner Bevölkerung. Nach Angaben der Analysten weist das Land bei den Ersparnissen im Verhältnis zum Einkommen den höchsten Wert in der gesamten Europäischen Union auf. Tschechische Haushalte legen mehr als ein Fünftel ihres Einkommens zurück und liegen damit deutlich vor anderen EU-Staaten. In Ländern wie Griechenland und Bulgarien übersteigen die Ausgaben hingegen sogar die Einnahmen, während die Slowakei ebenfalls deutlich geringere Sparquoten verzeichnet.
Dänemark löst die Niederlande an der Spitze ab
Im europäischen Vergleich belegt Dänemark erstmals den ersten Platz im Index für Wohlstand und finanzielle Gesundheit, und verdrängt damit die Niederlande von der Spitze. Dahinter folgen Schweden und die Niederlande. Die führenden Länder zeichnen sich durch hohe Investitionen, umfangreiche Finanzvermögen, geringe materielle Benachteiligung und vergleichsweise hohe Ersparnisse aus. Gleichzeitig weisen sie jedoch auch eine der höchsten privaten Haushaltsverschuldungen in der EU auf. Experten führen dies vor allem auf die hohe Wohneigentumsquote und die weit verbreitete Nutzung von Hypotheken zurück. In Tschechien leben zwar rund drei Viertel der Haushalte im Eigenheim, jedoch finanziert nur rund jeder fünfte Haushalt seine Immobilie über eine Hypothek.








