Grippeschutzimpfung soll in Tschechien künftig auch in Apotheken möglich sein
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Gesetzentwurf soll den Zugang zur Grippeschutzimpfung erleichtern – bislang lassen sich in Tschechien nur rund acht Prozent der Bevölkerung impfen

Das Gesundheitsministerium will Grippeimpfungen künftig auch in Apotheken ermöglichen. Ein Gesetzentwurf soll den Zugang zur Schutzimpfung erleichtern und die seit Jahren niedrige Impfquote in Tschechien erhöhen.
Tschechien zählt seit Jahren zu den europäischen Ländern mit einer vergleichsweise niedrigen Grippeimpfquote. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lassen sich jährlich lediglich rund acht Prozent der Bevölkerung gegen Influenza impfen. Um den Zugang zur Schutzimpfung zu erleichtern, bereitet das Ministerium nun einen Gesetzentwurf vor, der Grippeimpfungen unter klar definierten Voraussetzungen künftig auch in Apotheken ermöglichen soll.
Der Gesetzesvorschlag befindet sich derzeit im interministeriellen Anhörungsverfahren. Ziel ist es, die Verfügbarkeit der Impfung zu verbessern und mehr Menschen für diese Form der Vorsorge zu gewinnen.
Gesundheitsminister Adam Vojtěch betonte, dass es sich dabei nicht um ein neues oder unerprobtes Modell handle. Grippeimpfungen in Apotheken seien bereits in zahlreichen europäischen Ländern Teil der regulären Gesundheitsversorgung, darunter Frankreich, Polen, Italien, Portugal, Irland und Deutschland. Auch die Slowakei führt dieses Modell derzeit ein. In allen diesen Ländern werden die Impfungen von speziell geschulten Apothekern unter festgelegten gesetzlichen Rahmenbedingungen durchgeführt.
Nach Angaben des Ministers soll die Ausweitung des Impfangebots insbesondere den Zugang zur Prävention erleichtern und dazu beitragen, Risikogruppen besser vor schweren Krankheitsverläufen, Krankenhausaufenthalten und Todesfällen infolge einer Grippe zu schützen.
Auch der Direktor des Staatlichen Instituts für Arzneimittelkontrolle (SÚKL), Tomáš Boráň, verweist auf die Sicherheit der Grippeimpfung. Den vorliegenden Daten zufolge werden bei Erwachsenen jährlich lediglich einzelne bis wenige Dutzend Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen gemeldet. Schwere allergische Sofortreaktionen (Anaphylaxien) seien in den vergangenen fünf Jahren überhaupt nicht registriert worden.
Grippeimpfungen in Apotheken sind in Europa bereits weit verbreitet, auch wenn die konkreten Regelungen von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. In Deutschland dürfen entsprechend qualifizierte Apotheker gegen Grippe und COVID-19 impfen. In Polen übernehmen Apotheker zusätzlich die Beurteilung, ob Patienten für eine Impfung geeignet sind. In Italien und der Slowakei ist die Durchführung der Impfungen an eine spezielle Zusatzausbildung gebunden. Gemeinsam ist allen Modellen, dass sie auf einer fundierten fachlichen Qualifikation, klaren gesetzlichen Vorgaben und hohen Sicherheitsstandards für Patienten beruhen.








