Tschechische Wirtschaft wächst 2025 vor allem dank starker Binnennachfrage
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Sinkende Inflationsdynamik und steigende Reallöhne stärkten die Konsumlaune, während insbesondere der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe zulegen konnten

Die Tschechische Republik verzeichnete 2025 ein solides Wirtschaftswachstum. Getragen wurde die Entwicklung vor allem von steigenden Reallöhnen und einer stabileren Preisentwicklung.
Die wirtschaftliche Entwicklung in der Tschechischen Republik wurde im Jahr 2025 vor allem von der Binnennachfrage getragen. Sinkende Inflationsdynamik und steigende Reallöhne stärkten die Konsumlaune, während insbesondere der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe zulegen konnten.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Gesamtjahr um 2,6 Prozent. Im vierten Quartal legte die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent und im Jahresvergleich ebenfalls um 2,6 Prozent zu. „Die Binnennachfrage war der zentrale Wachstumstreiber im Jahr 2025 – auch im Schlussquartal. Die stabile Erholung des Konsums hängt eng mit der nachlassenden Inflation und einem soliden realen Lohnwachstum zusammen“, erklärte Jaroslav Sixta, stellvertretender Vorsitzender des tschechischen Statistikamts (ČSÚ).
Auch Investitionen zogen wieder an, nachdem diese in den Vorjahren rückläufig gewesen waren – insbesondere dank einer deutlichen Belebung im Baugewerbe. Während viele Dienstleistungsbereiche ein starkes Jahr verzeichneten, zeigte sich zum Jahresende auch im industriellen Sektor eine moderate Erholung. Der Außenhandel blieb zwar deutlich im Plus, ein stärkerer Anstieg des Überschusses blieb jedoch aus, da sich die Exportdynamik parallel zu den Importen beschleunigte.

Die Bruttowertschöpfung erhöhte sich im Jahr 2025 real um 2,8 Prozent. Maßgeblich dazu trugen vor allem Dienstleistungen bei – insbesondere die Bereiche Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie Informations- und Kommunikationsdienstleistungen. Das Baugewerbe verzeichnete die stärkste Wachstumsrate seit 2002. Besonders die Informations- und Kommunikationsbranche sowie konsumnahe Dienstleistungen blieben Wachstumstreiber, während die Industrie zum Jahresende wieder an Dynamik gewann.
Inflation lässt nach – Löhne und Beschäftigung steigen im Jahr 2025
Die Verbraucherpreise stiegen im Gesamtjahr um 2,5 Prozent. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem Lebensmittel, alkoholfreie Getränke sowie Wohn- und Energiekosten. Überdurchschnittliche Preissteigerungen wurden zudem in den Bereichen Gastronomie, Beherbergung sowie Freizeit und Kultur verzeichnet. Dämpfend wirkten hingegen die Preisentwicklungen bei Bekleidung, Schuhen und im Verkehrssektor. Im vierten Quartal schwächte sich die Inflationsrate im Jahresvergleich auf 2,2 Prozent ab.
Die durchschnittliche Bruttomonatsvergütung lag 2025 bei 49.215 Kronen und damit um 7,2 Prozent höher als im Vorjahr. Real entspricht dies einem Zuwachs von 4,6 Prozent. Im vierten Quartal erreichte der Durchschnittslohn 52.283 Kronen, was einem nominalen Plus von 7,4 Prozent entspricht. Die Reallöhne stiegen in diesem Zeitraum um 5,1 Prozent.
Die Beschäftigung nahm im Jahresverlauf um 1,1 Prozent zu, vor allem getrieben durch den öffentlichen Sektor. Auch die Arbeitsproduktivität verbesserte sich leicht. Trotz eines moderaten Anstiegs blieb die Arbeitslosenquote weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.





