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Tschechien News Interview: Clemens Rother, Schuldirektor an der Deutschen Schule Prag (DSP)

Wir bereiten auf den internationalen Studienmarkt vor

Foto: Clemens Rother | Deutsche Schule Prag

Clemens Rother (60) ist Schuldirektor an der Deutschen Schule Prag (DSP). Seit fünf Jahren leitet er den Campus mit Kindergarten, Grundschule und Gymnasium im Prager Stadtteil Jinonice. Im Interview mit Tschechien News erklärt er, was die Deutsche Schule in Prag besonders macht.


Wie kann man sich das Campus-Konzept der Deutschen Schule Prag vorstellen?

Der DSP-Campus bedeutet für uns, dass wir die Kinder im besten Fall vom dritten Lebensjahr bis zum Abitur begleiten. Bei uns liegen der Kindergarten, die Grundschule und die weiterführende Schule ganz nah beieinander auf einem Schulgelände. Wir nutzen das, um die Übergänge zwischen den Schulstufen einfacher zu gestalten, indem wir zum Beispiel Lehrer auch schulstufenübergreifend einsetzen.


Was zeichnet die Schule aus?

Ich freue mich jedes Jahr wieder darüber, wenn wir die Abiturzeugnisse in der Deutschen Botschaft in Prag übergeben, was für gute Abschlüsse wir da erreichen. Besonders freut mich natürlich, dass gerade auch Prager Schüler, die bei uns erst Deutsch gelernt haben, ein hervorragendes deutsches Abitur und eine ausgezeichnete tschechische Matura ablegen.

Wir sind Digitale Modellschule im deutschen Auslandsschulwesen und haben die Schule hervorragend ausgestattet mit digitalen Geräten für den Unterricht. Wir entwickeln unsere Unterrichtskonzepte auch in diesem Bereich weiter und nutzen das, um die Unterrichtsqualität zu verändern und zu verbessern.


Mit der Etablierung von Methoden des selbstgesteuerten Lernens und der Freiarbeit setzen wir aktuelle pädagogische Konzepte konsequent um. Das sind große Ziele, die wir uns da gesetzt haben und es ist immer ein Höhepunkt, wenn ich sehe, dass wir sie schrittweise auch erreichen.

Foto: Clemens Rother | Deutsche Schule Prag

Wie funktioniert „Bildung made in Germany“ in Prag?

Die Besonderheit bei uns ist ja, dass wir sowohl eine deutsche Auslandsschule sind, als auch ein staatlich anerkanntes tschechisches Gymnasium. Das heißt, dass wir wirklich das Beste aus beiden Schulsystemen für uns nutzen können und daraus etwas Neues schaffen.

Das bedeutet auch, dass wir als Schule nicht in einer deutschsprachigen Blase leben, sondern uns als Teil der Prager Schullandschaft sehen. Wir kooperieren mit verschiedenen Institutionen in Prag, mit internationalen Schulen, mit Sportvereinen und mit Kulturmittlern. Für unsere Schüler ermöglichen wir durch gemeinsame Fahrten und Unterrichtsprojekte mit diesen Partnern in Tschechien und dem Ausland vielfältige Begegnungen.


Wie werden die Eltern einbezogen?

Die Eltern reden bei uns mit, können Schule mitgestalten, engagieren sich. Den Schulträger repräsentiert ein Vorstand, in dem Eltern sind, unser Elternbeirat bringt Vorschläge mit ein und einen tschechischen Schulrat als Institution gibt es auch. Die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Eltern ist damit sehr eng, so sind sie immer gut informiert, wie es ihren Kindern geht.


Darüber hinaus gibt es verschiedene Angebote für Eltern. Sie können, ebenso wie die Schüler, aus einer Reihe von Arbeitsgemeinschaften wählen. Für die Eltern bieten wir vor allem Sport am Vormittag und Nachmittag an. In diesem Jahr bieten wir zudem aber auch einen Deutsch-Anfängerkurs für Eltern an.


Natürlich sind die Eltern auch immer eingeladen, an unserem breiten Kulturprogramm teilzunehmen. Wir gestalten mit den Schülerinnen und Schülern Schulfeste, Konzerte, Theateraufführungen und viele weitere Aktionen. Die sind immer gut besucht.

Foto: Clemens Rother | Deutsche Schule Prag

Wohin geht es nach der Schule für die Absolventen?

Außer dem Deutschen Internationalen Abitur und der tschechischen Matura können bei uns verschiedene Sprachzertifikate erworben werden. Beispielsweise ermöglicht DELF ein Studium in Frankreich und IELTS einen Hochschulbesuch in England. Unsere Schüler denken heute europäisch und wir bereiten sie auf den internationalen Studienmarkt vor. Etwa die Hälfte unserer Absolventen geht an Universitäten in Deutschland, aber wir haben auch immer wieder Schüler, die nach London oder Oxford gehen, in die Niederlande oder nach Österreich. In Einzelfällen haben wir natürlich auch Schüler, die in die USA gehen oder in Asien studieren. Die DSP hat ein sehr hohes Niveau im Fach Englisch, sodass es für Schüler unproblematisch ist, an englischsprachigen Universitäten zu studieren.


Wie wollen Sie die Schule weiterentwickeln?

Wir haben große Pläne. Wir werden zukünftig die Schule so gestalten, dass es auch möglich sein wird, ganz ohne Deutschkenntnisse im Kindergarten und in der Grundschule anzufangen und bei uns im Haus von Anfang an Deutsch zu lernen. Damit erweitern wir unsere zweisprachige Ausrichtung vom Gymnasium auf den ganzen Campus. Unser Ziel ist, dass die Schüler einen gemeinsamen Bildungsweg von Anfang an gehen können. Wir glauben, dass das noch viel effektiver ist für die Ausbildung und auch für die Begegnung.


Die Deutsche Schule Prag gibt es seit 1990 und sie ist eine anerkannte deutsche Auslandsschule, die sowohl von der Bundesrepublik Deutschland als auch vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport der Tschechischen Republik unterstützt wird.


Sie ist seit mehr als zwanzig Jahren als tschechisch-deutsche Begegnungsschule tätig. Neben dem deutschen Kindergarten, der Grundschule und dem Gymnasium wurde damals auch ein tschechischer Zweig des Gymnasiums eingerichtet.

Am 18. Oktober lädt die Deutsche Schule Prag alle Interessierten von 14 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Weitere Informationen gibt es auf: www.dsp-praha.org

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