Umfrage: Tschechischer Präsident Pavel ist der Politiker mit dem höchsten Vertrauen in der Bevölkerung
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Geteiltes Bild bei Anhängern der Regierung und der Opposition

Das Vertrauen in führende Politiker in Tschechien bleibt zu Beginn des Jahres 2026 stark gespalten. Eine aktuelle Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den politischen Lagern – mit klaren Gewinnern und Verlierern. Der Politiker, der das höchste Vertrauen in der tschechischen Bevölkerung genießt, ist erneut Präsident Petr Pavel.
Im ersten Meinungsbarometer des Jahres 2026 hat das Centrum pro výzkum veřejného mínění (CVVM) des Soziologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften (Sociologický ústav AV ČR) die tschechische Öffentlichkeit zur Vertrauenswürdigkeit der wichtigsten politischen Akteure befragt.
Die Teilnehmer konnten angeben, ob sie der jeweiligen Person „eher vertrauen“, „eher nicht vertrauen“, sie „nicht kennen“ oder „nicht wissen“. Zusätzlich wurde ein sogenannter Vertrauensindex ausgewiesen – die Differenz zwischen Vertrauen und Misstrauen.
Präsident Pavel an der Spitze
Den höchsten Vertrauenswert erzielt Staatspräsident Petr Pavel. 62 Prozent der Befragten sprechen ihm ihr Vertrauen aus. Mit einem Indexwert von +28 liegt er deutlich vor allen anderen Politikern. Besonders stark ist seine Unterstützung unter Wählern der früheren Regierungskoalition (SPOLU, STAN und Piraten), wo die Zustimmung nahezu einhellig ausfällt (97 Prozent). Vergleichsweise hoch ist das Vertrauen auch unter Nichtwählern der Parlamentswahl 2025 (61 Prozent) sowie unter Anhängern der Partei Motoristé sobě (48 Prozent). Am geringsten fällt es bei Wählern von ANO (30 Prozent) und SPD (15 Prozent) aus.
Geteiltes Bild bei Regierung und Opposition
Auf Platz zwei folgt Gesundheitsminister Adam Vojtěch mit 50 Prozent Vertrauen und einem Index von +18. Danach reihen sich Industrieminister Karel Havlíček (44 Prozent Vertrauen), Finanzministerin Alena Schillerová (43 Prozent) und Premierminister Andrej Babiš (43 Prozent) ein. Während Havlíček eine relativ ausgeglichene Bilanz aufweist, überwiegt bei Schillerová und Babiš das Misstrauen.
Ebenfalls positive Indexwerte erreichen Bildungsminister Robert Plaga (+10) und Senatspräsident Miloš Vystrčil (+6). Vystrčil genießt insbesondere unter Wählern der früheren Regierungsparteien Rückhalt – bei SPOLU-Anhängern sind es 76 Prozent, bei STAN 60 Prozent und bei den Piraten 56 Prozent.
Hohe Ablehnung einzelner Akteure
Das größte Misstrauen schlägt Filip Turek entgegen. 70 Prozent der Befragten geben an, ihm eher nicht zu vertrauen; lediglich 20 Prozent äußern Vertrauen. Sein Indexwert von –50 ist der niedrigste im gesamten Feld. Auch der SPD-Vorsitzende Tomio Okamura verzeichnet hohe Ablehnungswerte (66 Prozent Misstrauen), ebenso Außenminister Petr Macinka (60 Prozent Misstrauen).
Mindestens die Hälfte der Bevölkerung äußert zudem Misstrauen gegenüber dem Vorsitzenden der Piratenpartei Zdeněk Hřib, STAN-Chef Vít Rakušan, Premierminister Babiš sowie Finanzministerin Schillerová.
Klare Lagerbildung bei Premier und Parlamentspräsident
Premierminister Babiš kann sich auf die geschlossene Unterstützung der eigenen Wählerschaft verlassen: 92 Prozent der ANO-Anhänger sprechen ihm ihr Vertrauen aus, ebenso 78 Prozent der SPD-Wähler. Unter Anhängern von STAN, den Piraten und SPOLU liegt das Vertrauen hingegen nur im einstelligen Prozentbereich.
Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Tomio Okamura, erzielt besonders hohe Werte unter SPD-Wählern (88 Prozent) und auch unter ANO-Anhängern (57 Prozent). Bei Wählern der früheren Regierungskoalition bewegt sich das Vertrauen dagegen nur im Bereich weniger Prozentpunkte.
Die Umfrage zeigt damit ein weiterhin stark polarisiertes politisches Klima in Tschechien: Während Präsident Pavel über Parteigrenzen hinweg vergleichsweise hohe Zustimmung erfährt, bleiben Regierung und Opposition deutlich entlang ihrer jeweiligen Wählerlager getrennt.








