Tschechien lockert Fremdsprachenpflicht an Grundschulen
- Tschechien News

- 10. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Englischunterricht muss künftig nicht mehr ab der ersten Klasse beginnen – Schulen erhalten mehr Flexibilität bei der Gestaltung des Unterrichts

Das tschechische Bildungsministerium plant Änderungen am Rahmenbildungsprogramm für Grundschulen. Bildungsminister Robert Plaga hat beschlossen, mehrere Vorgaben im Bereich des Fremdsprachenunterrichts zu lockern und das gesamte Dokument zu vereinfachen.
Wie das Bildungsministerium heute auf seiner Webseite mitteilte, entfällt künftig die Pflicht, Englisch bereits ab der ersten Klasse zu unterrichten. Zudem wird eine zweite Fremdsprache nicht länger Teil des verpflichtenden gemeinsamen Lehrplans für alle Schüler sein. Stattdessen soll sie künftig als verpflichtendes Wahlfach angeboten werden.
Die Änderungen wurden den Grundschulen in einem Schreiben mitgeteilt, das in diesen Tagen an alle Schulen verschickt wurde. Darin betont Minister Plaga, dass das aktuelle Rahmenbildungsprogramm zahlreiche hochwertige Bildungsinhalte enthalte und das Ergebnis der Arbeit vieler Fachleute sei. Gleichzeitig sei das Dokument jedoch in der Praxis oft schwer nutzbar, da es zu komplex und administrativ aufwendig sei.
Mehr Flexibilität für Schulen und Schüler
Die erste Phase der Überarbeitung soll innerhalb der kommenden zwei Monate abgeschlossen werden. Die aktualisierte Fassung des Rahmenbildungsprogramms soll den Schulen bis Mitte August 2026 zur Verfügung stehen, noch vor Beginn der Vorbereitungswoche für das neue Schuljahr.
Künftig können die Schulen selbst entscheiden, wie sie den Englischunterricht in den ersten Schuljahren organisieren. Verbindlich bleibt jedoch das angestrebte Sprachniveau, das die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der fünften Klasse erreichen sollen.
Auch beim Unterricht in einer zweiten Fremdsprache setzt das Ministerium auf mehr Flexibilität. Zwar halte man Kenntnisse in zwei Fremdsprachen weiterhin für wünschenswert, wichtiger sei jedoch, den Schülern mehr Freiraum für andere Bildungsbereiche zu geben. Schüler sollen künftig selbst entscheiden können, ob sie ihre Unterrichtszeit für eine weitere Fremdsprache oder für andere Wahlfächer nutzen möchten – etwa zur Förderung individueller Stärken oder zur Unterstützung in bestimmten Fächern.
Neben den Änderungen im Fremdsprachenbereich soll das Rahmenbildungsprogramm insgesamt übersichtlicher gestaltet werden. Geplant ist insbesondere eine Vereinfachung der Anforderungen an die Erstellung schulischer Bildungsprogramme.
Weitere Anpassungen sind für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen. Dazu gehören die Veröffentlichung eines Modell-Lehrplans mit empfohlenen Unterrichtsinhalten sowie weitere Überarbeitungen auf Grundlage von Rückmeldungen der Schulen. Nach Angaben des Bildungsministeriums ist das Ziel, ein modernes Curriculum zu schaffen, das nicht als zusätzliche bürokratische Belastung wahrgenommen wird, sondern als praktisches Instrument zur Planung und Verbesserung des Unterrichts.








