Sudetendeutscher Tag in Brünn setzt auf Dialog und Versöhnung
- Tschechien News

- vor 1 Stunde
- 2 Min. Lesezeit
Präsident Pavel und Bayerns Ministerpräsident Söder betonen enge deutsch-tschechische Beziehungen

Mit dem erstmals in Brünn stattfindenden Sudetendeutschen Tag rückt die Annäherung zwischen Sudetendeutschen und Tschechen erneut in den Mittelpunkt. Die Veranstalter sehen in dem Treffen ein Symbol des Dialogs, der Versöhnung und der gemeinsamen europäischen Zusammenarbeit.
Der erstmals in der Tschechischen Republik stattfindende 76. Sudetendeutsche Tag markiert nach Einschätzung der Veranstalter einen historischen Schritt in den Beziehungen zwischen Tschechen und Sudetendeutschen. Vertreter der Sudetendeutschen bezeichneten das Treffen in Brünn als Ergebnis eines langjährigen Dialogs und eines gewachsenen gegenseitigen Vertrauens.
Zugleich riefen die Organisatoren dazu auf, das Treffen in der früheren Heimat vieler Sudetendeutscher als Gelegenheit für neue Brücken und eine gemeinsame europäische Zukunft zu nutzen.
Dem Hauptprogramm des Treffens am Sonntag gingen katholische und evangelische Gottesdienste voraus. Die anschließende Hauptversammlung wurde traditionell mit dem Einzug von Fahnenträgern in Trachten eröffnet.

Im Rahmen der Veranstaltung hielten unter anderem der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, Brünns Oberbürgermeisterin Markéta Vaňková sowie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Reden. Bayern gilt seit Jahrzehnten als Schutzpatron der vertriebenen Sudetendeutschen, weshalb die bayerischen Ministerpräsidenten traditionell als politische Unterstützer der Volksgruppe angesehen werden.
Die Vertreibung der Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde während des Treffens als schmerzliche Trennung eines einstigen Zusammenlebens beschrieben. Gleichzeitig betonten die Veranstalter, dass die Sudetendeutschen nun friedlich in Brünn empfangen worden seien. Vertreter aus Politik und Region bezeichneten die Veranstaltung ebenfalls als historischen Moment und die Teilnehmer als willkommene Gäste in der Stadt.
Zum Abschluss der Hauptversammlung erklangen traditionell mehrere Hymnen. Zunächst wurde die tschechische Nationalhymne gespielt, anschließend folgten die bayerische, die deutsche sowie die europäische Hymne.
Bereits 2022 war beim Sudetendeutschen Tag im bayerischen Hof erstmals die tschechische Nationalhymne gespielt worden. Bernd Posselt hatte dies damals als Zeichen gegenseitiger Freundschaft bezeichnet. Seitdem gehört die tschechische Hymne fest zum Programm der Veranstaltung.

Bayerns Ministerpräsident Söder trifft Präsident Pavel in Prag
Nach seiner Rede beim Sudetendeutschentag in Brünn traf Bayerns Ministerpräsident Söder auch den tschechischen Präsidenten Petr Pavel in Prag. Beide Politiker hoben die Bedeutung der deutsch-tschechischen Beziehungen hervor und waren sich einig, dass diese auf gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Blick in die Zukunft basieren. Zugleich betonten beide Seiten, dass die Vergangenheit kein Hindernis für gute nachbarschaftliche Beziehungen sein dürfe.
Der Sudetendeutsche Tag in Brünn dauert noch bis Montag an. Veranstaltet wird das Treffen von der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die die Interessen der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen und ihrer Nachkommen vertritt. Zum Programm gehören auch Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus, mit denen das Treffen eröffnet wurde und die auch den Abschluss der Veranstaltung bilden sollen.








