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Waffenamnestie 2026: Fast 6.000 Waffen in Tschechien abgegeben

Sechste Waffenamnestie war die zweiterfolgreichste in der Geschichte des Landes

Waffenamnestie 2026: Fast 6.000 Waffen in Tschechien abgegeben
Foto: Policie České republiky

In Tschechien ist die Waffenamnestie 2026 zu Ende gegangen. Innerhalb von sechs Monaten gaben Bürger fast 6.000 Waffen sowie große Mengen Munition und Sprengstoff bei der Polizei ab.


In Tschechien ist die sechste Waffenamnestie zu Ende gegangen. Zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2026 konnten Bürger illegal besessene oder unerwartet gefundene Waffen, Munition und Sprengstoffe straffrei bei der Polizei abgeben. Insgesamt wurden landesweit 5.918 Waffen abgegeben.


Die Waffenamnestie wurde im Zuge der umfangreichen Novelle des Waffen- und Munitionsgesetzes eingeführt, die seit dem 1. Januar 2026 gilt. Ähnliche Amnestien hatte es in Tschechien bereits in den Jahren 1996, 2003, 2009, 2014 und 2021 gegeben.


Waffenamnestie 2026: Fast 6.000 Waffen in Tschechien abgegeben
Foto: Policie České republiky

Die Regelung richtete sich vor allem an Menschen, die etwa bei Renovierungen, Haushaltsauflösungen oder in Nachlässen unerwartet Waffen oder wesentliche Waffenteile fanden. Während der Amnestie konnten sie diese ohne Angst vor Strafverfolgung wegen unerlaubter Bewaffnung bei der Polizei abgeben. In bestimmten Fällen war es zudem möglich, später die Übernahme in den eigenen Besitz zu beantragen.


Zweiterfolgreichste Waffenamnestie in der Geschichte des Landes


Nach der Abgabe wurden die Waffen von der Polizei fachlich untersucht. Dabei wurde geprüft, ob sie mit einer Straftat in Verbindung stehen oder zur Fahndung ausgeschrieben sind. Bislang wurde bei keiner der abgegebenen Waffen ein Zusammenhang mit einer Straftat festgestellt. Bei 68 Waffen laufen jedoch noch Überprüfungen, insbesondere bei Waffen aus dem Ausland.


Waffenamnestie 2026: Fast 6.000 Waffen in Tschechien abgegeben
Foto: Policie České republiky

Auch wenn die Waffenamnestie 2026 keinen neuen Rekord brachte, zählt sie nach Angaben der Polizei zu den erfolgreichsten Amnestien in Tschechien. Mit 5.918 abgegebenen Waffen handelt es sich um die zweiterfolgreichste Aktion dieser Art. Zusätzlich wurden 213.448 Schuss Munition, 2.648 Stück Munition im weiteren Sinne sowie 64.357 Gramm Sprengstoff abgegeben.


Die meisten Waffen wurden in der Region Mittelböhmen (Středočeský kraj) abgegeben, wo die Polizei 1.032 Stück registrierte. Dahinter folgten Prag mit 765 Waffen, die Region Südmähren (Jihomoravský kraj) mit 527 Waffen und die Region Südböhmen (Jihočeský kraj) mit 507 Waffen. Die geringste Zahl wurde in der Region Karlsbad mit 125 Waffen gemeldet.


Mehrere historische und seltene Stücke unter den abgegebenen Waffen


Unter den abgegebenen Waffen befanden sich auch mehrere historische und seltene Stücke. Im Mährisch-Schlesischen Kreis übernahm die Polizei unter anderem eine Kolibri-Pistole im Kaliber 2,7 Millimeter, die als kleinste serienmäßig hergestellte Selbstladepistole der Welt gilt. Ebenfalls abgegeben wurde eine Pistole vz. 27 mit verlängertem Lauf und originalem Schalldämpfer.


Waffenamnestie 2026: Fast 6.000 Waffen in Tschechien abgegeben
Foto: Policie České republiky

Zu den weiteren bemerkenswerten Funden gehörten eine tschechoslowakische Festungskanone im Kaliber 47 Millimeter, ein Festungsmörser M 32 im Kaliber 81 Millimeter, ein seltener Volkssturm-Karabiner VG-45 sowie eine deutsche Maschinenpistole Vollmer-Erma EMP. Im Kreis Zlín tauchten zudem unter anderem eine STEN Mk. II und eine Militärpistole Steyr 1912 auf.


Die Polizei weist darauf hin, dass einige Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind. Die endgültigen Ergebnisse der Waffenamnestie können sich daher in einzelnen Punkten noch ändern.

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