Prager Rettungsdienst baut Netz an Stützpunkten weiter aus
- Tschechien News
- 14. Juli
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Neue Standorte, mehr Teams und stärkere Zusammenarbeit sollen die Notfallversorgung in der Hauptstadt spürbar verbessern

Der Prager Rettungsdienst investiert weiter in den Ausbau seiner Infrastruktur. Neue Stützpunkte, zusätzliche Teams und engere Kooperationen sollen die Notfallversorgung in der tschechischen Hauptstadt deutlich verbessern.
Die Prager Rettungsdienste (Záchranná služba hl. m. Prahy, ZZS HMP) haben ihren Betrieb im ersten Halbjahr 2025 deutlich ausgeweitet. Mit mehr Einsatzteams von Notfallsanitätern und Notärzten sowie zusätzlichen Stützpunkten rückt Notfallhilfe noch näher an die Bevölkerung der Hauptstadt heran.
Neu ist etwa eine Einsatzbasis im Gelände der Psychiatrischen Klinik Bohnice – dort ist nun erstmals rund um die Uhr ein Rettungsteam stationiert. Bislang mussten Einsätze in diesem nordöstlichen Stadtteil von Prosek oder der Argentinská-Straße aus starten. Auch der Standort in der 28.-Pluku-Straße wurde personell verstärkt, die Station wurde zuvor umfassend modernisiert.
„Unsere Rettungsteams zählen zur absoluten Spitze – in Sachen Reaktionszeit, fachlicher Kompetenz und Zusammenarbeit in kritischen Situationen“, erklärt Alexandra Udženija, stellvertretende Prager Oberbürgermeisterin für Soziales, Wohnen und Gesundheit. „Mit den neuen Standorten können wir noch schneller dort helfen, wo wir am dringendsten gebraucht werden.“
ZZS HMP setzt damit seine Strategie fort, die Präsenz im gesamten Stadtgebiet weiter zu stärken – insbesondere in den Außenbezirken und dem erweiterten Zentrum. Laut Direktor Petr Kolouch verbessert dies nicht nur die Einsatzverfügbarkeit, sondern entlastet auch die bestehenden Teams. „So verteilen wir die Einsatzzahlen gleichmäßiger“, betont Kolouch.
Im Juni wurde gemeinsam mit dem Militärkrankenhaus in Střešovice ein neuer ärztlicher Stützpunkt eröffnet. Die dort eingesetzte gemischte Crew besteht aus zivilen Rettungssanitätern der ZZS HMP und Ärzten der tschechischen Armee – vor allem Spezialisten der Luftrettung und Notfallmedizin. Gemeinsam mit Notärzten der Prager Rettung bildet das Team eine hochspezialisierte Einheit für medizinische Notfalleinsätze.
Insgesamt operieren derzeit 38 Rettungsteams tagsüber und 31 in den Nachtschichten von insgesamt 24 Stützpunkten in ganz Prag. Die Zahl der ärztlichen Besatzungen ist auf sieben gestiegen – inklusive einer Luftrettungseinheit. Nachts sei das Niveau aufgrund der geringeren Verkehrsbelastung in der Stadt ausreichend.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Rettungsdienstorganisation in Holešovice eine neue Basis in der Argentinská-Straße eröffnet. Die Station beim Feuerwehrstützpunkt bietet Platz für bis zu vier Teams – darunter Spezialfahrzeuge für den Transport von Neugeborenen. Auch die Luftrettung verfügt seit 2024 über moderne Räumlichkeiten am Václav-Havel-Flughafen.
Doch damit ist der Ausbau längst nicht abgeschlossen: „In den kommenden Jahren planen wir weitere Stützpunkte in Běchovice, Modřany, Vysočany, Klánovice und Zbraslav“, kündigt Direktor Kolouch an.