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Prag baut schwimmenden Hubschrauberlandeplatz an der Moldau

Die neue Anlage bei Vyšehrad soll ab 2027 rund um die Uhr für Rettungseinsätze zur Verfügung stehen

Prag baut schwimmenden Hubschrauberlandeplatz an der Moldau
Foto: Alan Lebeda | Wikipedia

Prag treibt den Bau eines schwimmenden Hubschrauberlandeplatzes auf der Moldau bei Vyšehrad voran. Der Stadtrat hat am Dienstag den Auftrag für das technisch anspruchsvolle Projekt vergeben. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.


Mit dem neuen Landeplatz sollen schwer verletzte oder akut erkrankte Patienten künftig schneller und sicherer in spezialisierte Prager Krankenhäuser transportiert werden können. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um den ersten schwimmenden Hubschrauberlandeplatz in Tschechien. Auch im europäischen Vergleich sei das technische Konzept außergewöhnlich.


„Über einen neuen Hubschrauberlandeplatz wurde in Prag viele Jahre gesprochen“, erklärte die für das Gesundheitswesen zuständige stellvertretende Oberbürgermeisterin Alexandra Udženija. Für das Vorhaben habe zunächst eine geeignete Lösung gefunden, ein einzigartiges technisches Konzept entwickelt und ein aufwendiges Genehmigungsverfahren abgeschlossen werden müssen.


Die Anlage ist für den durchgehenden Betrieb der Luftrettung an sieben Tagen in der Woche ausgelegt. Geplant sind unter anderem eine moderne Navigationsbeleuchtung, umfangreiche Sicherheitssysteme, eine beheizte Landefläche sowie Möglichkeiten zur Fernüberwachung und Steuerung des Betriebs.


Prag baut schwimmenden Hubschrauberlandeplatz an der Moldau
Foto: Portál hlavního města Prahy

Nach Angaben der Stadt soll der Hubschrauberlandeplatz höchsten Anforderungen an die Flugsicherheit entsprechen. Gleichzeitig soll er einen schnellen Weitertransport der Patienten zu spezialisierten medizinischen Einrichtungen im Prager Zentrum ermöglichen.


Udženija betonte, dass bei schweren Verletzungen oder plötzlichen gesundheitlichen Komplikationen häufig jede Minute zähle. Die neue Anlage könne dazu beitragen, Patienten schneller in die notwendige Spezialversorgung zu bringen. Darüber hinaus soll der Landeplatz auch bei außergewöhnlichen Ereignissen oder Unglücken mit vielen Verletzten genutzt werden können.


In erster Linie soll die Anlage dem Allgemeinen Universitätskrankenhaus am Karlsplatz dienen. Auch die Geburtsklinik U Apolináře sowie das Institut für Mutter und Kind im Stadtteil Podolí sollen den Landeplatz nutzen können. Beide Einrichtungen verfügen derzeit über keine eigene Landefläche für Rettungshubschrauber.


Der Direktor des Prager Rettungsdienstes, Petr Kolouch, begrüßte das Projekt. Der bisherige Landeplatz in den Zítkovy-Parkanlagen sei vor mehreren Jahrzehnten lediglich als provisorische Lösung eingerichtet worden. Seine Lage in einem stark frequentierten Park und in unmittelbarer Nähe eines Metroeingangs führe zu zahlreichen Einschränkungen.


Vor einer Landung müsse das öffentliche Gelände teilweise geräumt werden. Ein eigenständiger Hubschrauberlandeplatz werde deshalb eine schnellere und sicherere Übergabe der Patienten an die bodengebundenen Rettungskräfte ermöglichen, erklärte Kolouch.


Der Standort an der Moldau bei Vyšehrad wurde auf Grundlage mehrerer Fachstudien ausgewählt. Ausschlaggebend waren nach Angaben der Stadt die Sicherheit des Flugbetriebs, die Nähe zu spezialisierten Krankenhäusern und möglichst geringe Auswirkungen auf die Umgebung.


Das Projekt wurde gemeinsam von der Stadt Prag, dem Prager Rettungsdienst, Fachleuten für zivile Luftfahrt und Planern für Wasserbau entwickelt. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.

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