Bereits mehr als 80 Pilzvergiftungen in Tschechien seit Juni: Kinder besonders betroffen
- Tschechien News

- 2. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Neben gefährlichen Verwechslungen führen auch falsche Lagerung und Zubereitung essbarer Arten immer wieder zu gesundheitlichen Problemen

Pilzliebhaber sollten derzeit besonders vorsichtig sein: Seit Juni haben tschechische Toxikologen bereits über 80 Fälle von Pilzvergiftungen oder Verdachtsfällen registriert – viele davon betreffen Kinder. Neben gefährlichen Verwechslungen führen auch falsche Lagerung und Zubereitung essbarer Arten immer wieder zu gesundheitlichen Problemen.
Seit Beginn des Sommers verzeichnen tschechische Toxikologen einen deutlichen Anstieg an Pilzvergiftungen, berichtet der Nachrichtensender ČT24. Nach Angaben des Toxikologischen Informationszentrums (TIS) wurden seit Juni bereits 84 Fälle von Vergiftungen oder Verdachtsfällen gemeldet – etwa die Hälfte davon betrifft Kinder. Die Ursachen reichen von falscher Zubereitung bis hin zu gefährlichen Verwechslungen giftiger und essbarer Arten.
Gravierendere Vergiftungen entstehen meist durch Verwechslungen: Nach Angaben von Jaroslav Landa, Vorsitzender der Tschechischen Mykologischen Gesellschaft, verwechseln Sammler häufig harmlose Arten wie Schirmpilze oder Champignons mit dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz. Auch Fälle, in denen Täublinge mit dem gefährlichen Pantherpilz vertauscht wurden, sind bereits bekannt.
Von den bislang erfassten Fällen betreffen 40 Kinder, darunter 30 Kleinkinder unter drei Jahren. Da ihr Körper empfindlicher auf Toxine und Bakterien reagiert, warnen Mediziner besonders vor leichtsinnigem Umgang mit Pilzgerichten bei Kindern.
Experten raten zur Vorsicht
Obwohl die Zahl der Vergiftungsfälle niedriger liegt als im vergangenen Jahr (146 Fälle), ist sie deutlich höher als 2023 (32 Fälle). Das TIS empfiehlt Pilzsammlern daher, ausschließlich gut bekannte Arten zu pflücken und im Zweifelsfall Fachleute um Rat zu fragen.
Schwacher Start in die Pilzsaison
Die Pilzsaison 2025 ist bisher eher mau angelaufen. Laut der Tschechischen Mykologischen Gesellschaft herrscht in weiten Teilen des Landes Trockenheit, nur in Südostböhmen und einigen Randgebieten Südböhmens und Westböhmens bessert sich die Lage allmählich. Meteorologen weisen darauf hin, dass selbst nach Regenfällen der Waldboden oft nicht genug Feuchtigkeit speichert. Erst sieben bis zehn Tage nach ergiebigen Niederschlägen und bei anschließender Wärme stehen die Chancen besser, dass neue Pilze sprießen. Eine aktuelle Pilzwachstumswahrscheinlichkeitskarte finden Sie auf der Webseite des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts (ČHMÚ).








