Inflation in Tschechien steigt im September auf 2,5 Prozent
Vor allem deutlich gestiegene Kraftstoffpreise treiben die Teuerung an – Lebensmittel und Pauschalreisen werden dagegen teilweise günstiger

Die Inflation in Tschechien hat im September 2026 erneut angezogen. Während die Verbraucherpreise gegenüber August insgesamt unverändert blieben, stiegen sie im Jahresvergleich um 2,5 Prozent. Besonders die hohen Kraftstoffpreise sorgten für einen stärkeren Preisauftrieb.
Die Verbraucherpreise in Tschechien sind im September 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent gestiegen. Damit beschleunigte sich die Inflation gegenüber August um 0,6 Prozentpunkte, als die Teuerungsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte. Das geht aus den aktuellen Daten des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Gegenüber dem Vormonat blieb das allgemeine Preisniveau unverändert.
Damit hat sich der jährliche Preisanstieg bereits den dritten Monat in Folge beschleunigt. Ausschlaggebend dafür waren erneut die deutlich gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Kraftstoffe und Schmiermittel verteuerten sich im Jahresvergleich um 37,5 Prozent, nachdem der Anstieg im August noch 26,2 Prozent betragen hatte.
Nach Einschätzung der Tschechischen Nationalbank (ČNB) spiegeln sich darin insbesondere die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten wider. Sowohl die internationalen Rohölpreise als auch die Raffineriekosten bleiben auf einem hohen Niveau.
Vor allem steigende Wohnkosten belasten Verbraucher
Neben den Verkehrskosten, die insgesamt um 13,2 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen, belasteten vor allem höhere Wohnkosten die Verbraucher. Wohnungsmieten stiegen innerhalb eines Jahres um 6,1 Prozent, während die Preise für kleinere Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten um 5,1 Prozent zunahmen.
Auch die Wasserversorgung wurde teurer: Die Preise für Trinkwasser erhöhten sich um 3,9 Prozent, die Abwassergebühren um 3,8 Prozent. Für Heizung und Warmwasser mussten Haushalte durchschnittlich 1,6 Prozent mehr bezahlen. Entlastung gab es hingegen bei den Energiepreisen. Strom war im September um 10,6 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Erdgas verbilligte sich um 4,0 Prozent.
Weitere Preissteigerungen verzeichnete das Statistikamt bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren. Bier kostete im Jahresvergleich 2,0 Prozent mehr, Wein verteuerte sich um 1,4 Prozent und Tabakwaren um 7,1 Prozent. Auch Restaurantbesuche und Übernachtungen wurden teurer: Die Preise für gastronomische Dienstleistungen stiegen um 3,8 Prozent, für Unterkünfte um 7,0 Prozent.
Lebensmittel teilweise deutlich günstiger
Während die Kraftstoffpreise die Inflation nach oben trieben, wirkten sich sinkende Lebensmittelpreise dämpfend auf die allgemeine Teuerung aus. Besonders deutlich fiel der Preisrückgang bei Butter aus. Sie war im September um 37,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Auch Eier verbilligten sich um 12,6 Prozent, Schweinefleisch um 15,5 Prozent und haltbare fettarme Milch um 20,0 Prozent.
Anders entwickelte sich die Situation bei Gemüse. Hier stiegen die Preise im Jahresvergleich um 8,1 Prozent, nachdem im August noch ein Plus von 5,1 Prozent registriert worden war.
Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate lag im September unverändert bei 2,0 Prozent.
Die Tschechische Nationalbank erwartet, dass sich die Inflation bis zum Jahresende zwischen 2 und 3 Prozent bewegen wird. Anfang 2027 könnte die Teuerungsrate vorübergehend wieder auf über 3 Prozent steigen.
Inflation in Tschechien unter dem Niveau der Eurozone
Im europäischen Vergleich blieb die Teuerung in Tschechien vergleichsweise moderat. Nach dem harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der einen direkten Vergleich innerhalb der Europäischen Union ermöglicht, stiegen die Preise im September um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Für die Eurozone lag die geschätzte Inflationsrate nach vorläufigen Berechnungen von Eurostat bei 3,8 Prozent. In Deutschland betrug sie 3,3 Prozent, in der Slowakei 3,1 Prozent. Besonders hoch fiel die Teuerung mit 6,1 Prozent in Litauen aus.










