Traditionsbrauerei Ostravar stellt 2027 Bierproduktion in Ostrava ein
Rund 120 Arbeitsplätze betroffen – die bekannte Biermarke bleibt erhalten und wird künftig in Prag gebraut

Nach jahrzehntelanger Bierproduktion steht die traditionsreiche Brauerei Ostravar in Ostrava vor dem Aus. Im Laufe des kommenden Jahres soll die Produktion schrittweise eingestellt werden. Die bekannte Biermarke bleibt jedoch auf dem Markt und wird künftig in der Staropramen-Brauerei in Prag-Smíchov hergestellt.
Die tschechische Brauereigruppe Pivovary Staropramen hat angekündigt, die Bierproduktion am Standort Ostrava im kommenden Jahr vollständig einzustellen. Grund für die Entscheidung sind der langfristig rückläufige Bierkonsum, steigende Produktionskosten und die notwendige Anpassung der bestehenden Brauereikapazitäten.
Nach Angaben des Unternehmens steht die tschechische Braubranche seit Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Neben dem rückläufigen Bierkonsum belasten insbesondere höhere Kosten für Energie, Verpackungsmaterialien und Transport die Produktion.
Mit der Verlagerung nach Prag will die Brauereigruppe ihre bestehenden Produktionskapazitäten effizienter nutzen und langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
„Dies ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die wir in den vergangenen Jahren treffen mussten“, erklärte Martin Čermák, Country Lead für Tschechien und die Slowakei bei Pivovary Staropramen. Ostravar sei weit mehr als nur eine Brauerei. Über Generationen hinweg habe das Unternehmen die Stadt Ostrava geprägt und eine wichtige Rolle für die Beschäftigten und die lokale Gemeinschaft gespielt. Die Entscheidung sei erst nach einer umfassenden Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung und der Produktionskosten getroffen worden.

Ostravar-Biere werden künftig in Prag gebraut
Trotz der Schließung des Produktionsstandortes sollen die wichtigsten Biermarken der Brauerei Ostravar, darunter Ostravar, Mustang und Černá Barbora, erhalten bleiben. Ihre Herstellung wird schrittweise in die Staropramen-Brauerei im Prager Stadtteil Smíchov verlagert. Damit Geschmack und Qualität der Biere unverändert bleiben, soll ein ehemaliger Braumeister von Ostravar, der maßgeblich an der Entwicklung wichtiger Rezepturen beteiligt war, die Produktion begleiten.
Auch aus der Region Mährisch-Schlesien will sich das Unternehmen nicht zurückziehen. Die bestehenden Lager- und Vertriebskapazitäten sowie das regionale Verkaufsteam sollen weiterhin aktiv bleiben. Damit will Staropramen die Belieferung von Gastronomie und Handel sicherstellen und die Beziehungen zu Geschäftspartnern fortsetzen.
Unterstützung für rund 120 Beschäftigte
Für die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter hat das Unternehmen ein Unterstützungsprogramm angekündigt. Dieses umfasst individuelle Beratung, Hilfe bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen sowie bei Bedarf psychologische Betreuung. Das Unternehmen will zudem mit der regionalen Arbeitsverwaltung und weiteren Partnern zusammenarbeiten, um den betroffenen Beschäftigten neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.










