190 Jahre Hainz: Technisches Nationalmuseum in Prag zeigt Geschichte der ältesten tschechischen Uhrenfirma
Neue Ausstellung „Sága rodu Hainzů“ beleuchtet die Geschichte des traditionsreichen Uhrenherstellers und seine enge Verbindung zur Prager Rathausuhr

Das Technische Nationalmuseum in Prag widmet der ältesten tschechischen Uhrenfirma Hainz anlässlich ihres 190-jährigen Bestehens eine eigene Ausstellung. Sie zeigt die Entwicklung des Familienunternehmens von seinen handwerklichen Anfängen bis zur modernen Uhrenproduktion und beleuchtet zugleich die wechselvolle Geschichte der Familie.
Unter dem Titel „Sága rodu Hainzů“ (Die Saga der Familie Hainz) präsentiert das Technische Nationalmuseum (NTM) in Prag ab heute, den 14. Oktober 2026 die Geschichte eines Unternehmens, das die tschechische Uhrmacherkunst über Generationen hinweg geprägt hat. Dabei geht es nicht nur um technische Entwicklungen und handwerkliche Traditionen, sondern auch um die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche, die das Schicksal der Familie und ihres Unternehmens beeinflussten.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte Hainz zu den bedeutendsten Unternehmen der tschechoslowakischen Uhrenindustrie. Das Sortiment reichte von persönlichen Zeitmessern über Turmuhren bis hin zu modernen industriellen Zeiterfassungssystemen.

Eine besondere Verbindung besteht bis heute zur berühmten Prager Rathausuhr (Orloj) am Altstädter Rathaus. Bereits seit dem 19. Jahrhundert kümmert sich die Firma Hainz um den Betrieb und die Wartung des historischen Uhrwerks.
Enteignung und Neuanfang nach 1989
Die erfolgreiche Entwicklung des Familienunternehmens wurde durch die kommunistische Machtübernahme in der Tschechoslowakei unterbrochen. Der Betrieb wurde verstaatlicht, und das über Generationen aufgebaute Familienvermögen ging verloren.
Erst nach der politischen Wende von 1989 gelang es den Nachkommen der Gründer, an die Familientradition anzuknüpfen und das Unternehmen wieder aufzubauen. Heute steht die Marke Hainz für die Verbindung von traditionellem Uhrmacherhandwerk, technischer Innovation und unternehmerischer Beständigkeit.

Historische Uhrwerke und virtueller Orloj
Die Ausstellung bietet einen Einblick in die technische Entwicklung der Zeitmessung. Zu sehen sind unter anderem Exponate aus den Anfängen der industriellen Uhrenproduktion, frühe Systeme zur Einführung einer einheitlichen Zeitmessung sowie historische Stempeluhren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Turmuhren. Die Ausstellung zeigt eine breite Auswahl historischer Uhrwerke, darunter auch das Originaluhrwerk aus dem Prager Industriepalast. Ergänzt wird die Präsentation durch eine aktuelle limitierte Kollektion von Armbanduhren der Marke Hainz.
Ein besonderes Ausstellungsstück ist ein virtuelles 3D-Modell der Prager Rathausuhr, das vom Unternehmen CESNET für die entwickelt wurde.

„In der Ausstellung sind Artefakte aus den Anfängen der industriellen Uhrenproduktion, Beispiele früher Systeme zur einheitlichen Zeitmessung, Stempeluhren und eine breite Palette von Turmuhren zu sehen, darunter auch das Originaluhrwerk aus dem Industriepalast“, erklärt David Hamr, Kurator des Technischen Nationalmuseums und Autor der Ausstellung.
Mit der Ausstellung zum 190-jährigen Firmenjubiläum zeichnet das Technische Nationalmuseum nicht nur die Entwicklung eines traditionsreichen tschechischen Unternehmens nach, sondern vermittelt auch ein Stück Industrie- und Gesellschaftsgeschichte des Landes.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter „Sága rodu Hainzů“ (Die Saga der Familie Hainz) auf der Webseite des Museums. Národní technické muzeum (Technisches Museum) Kostelní 42, 170 78 Praha 7 Webseite | Facebook | Instagram










