Illegale Migration in Tschechien bleibt auf niedrigem Niveau – Deutschland wichtigstes Zielland
Die Zahl der registrierten Fälle illegaler Migration blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert

Die illegale Migration in Tschechien bleibt weitgehend stabil. Während die meisten Fälle auf Verstöße gegen Aufenthaltsbestimmungen zurückzuführen sind, spielt die illegale Durchreise durch das Land nach wie vor eine vergleichsweise geringe Rolle. Deutschland bleibt dabei das wichtigste Zielland.
Nach aktuellen Angaben der tschechischen Fremdenpolizei wurden von Januar bis September 2026 insgesamt 8.050 Menschen im Zusammenhang mit illegaler Migration registriert. Das entspricht einem Rückgang um 74 Personen beziehungsweise 0,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der überwiegende Teil der Fälle betrifft Personen, die sich ohne gültige Aufenthaltsberechtigung in Tschechien aufhielten – häufig, weil sie die erlaubte Aufenthaltsdauer überschritten hatten.
Mehr als 7.700 Fälle illegalen Aufenthalts
Insgesamt wurden 7.736 Personen wegen illegalen Aufenthalts in Tschechien erfasst. Das entspricht 96,1 Prozent aller registrierten Fälle. Mehr als drei Viertel dieser Personen (78,7 Prozent) stammten aus sechs Ländern: der Ukraine, Moldau, Vietnam, Usbekistan, Georgien und Russland.
Weitere 314 Personen (3,9 Prozent) wurden an den Schengen-Außengrenzen (internationalen Flughäfen) festgestellt. Dabei handelte es sich vor allem um Staatsangehörige Georgiens, Indiens, Moldaus und Usbekistans.

Deutschland bleibt Zielland Nummer eins
Die illegale Transitmigration durch Tschechien bleibt trotz eines Anstiegs auf niedrigem Niveau. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden 194 Personen registriert, die das Land unerlaubt durchquerten. Das entspricht lediglich 2,4 Prozent aller erfassten Fälle. Für die überwiegende Mehrheit der Betroffenen war Deutschland das Zielland. Besonders häufig wurden russische (114) und afghanische Staatsangehörige (41) festgestellt.
Nach Angaben der Fremdenpolizei lassen sich dabei zwei wesentliche Migrationsrouten erkennen:
Landweg über die Balkanroute: Ein Großteil der russischen Staatsangehörigen gelangte nach einer illegalen Einreise nach Kroatien über die westliche Balkanroute und anschließend durch Ungarn, die Slowakei oder Österreich nach Tschechien. Von dort aus sollte die Reise nach Deutschland weitergehen.
Flugverbindungen aus Griechenland: Eine weitere Route führte über innereuropäische Schengen-Flüge aus Griechenland. Insgesamt wurden 41 Personen festgestellt, darunter 36 afghanische Staatsangehörige. Sie reisten mit manipulierten oder ungültigen Dokumenten beziehungsweise ohne gültige Reisedokumente.

Tschechische Polizei verstärkt Zusammenarbeit mit Griechenland
Um illegale Migration über Flugverbindungen aus Athen einzudämmen, hat die tschechische Fremdenpolizei einen eigenen Experten für Reisedokumente und Migrationsfragen am Flughafen der griechischen Hauptstadt stationiert. Die Maßnahme läuft seit dem 1. März 2026. Nach Angaben der Behörden hat sich der Einsatz bewährt und zeigt eine deutliche präventive Wirkung.
Deutlich mehr Kontrollen im ganzen Land
Parallel dazu hat die tschechische Fremdenpolizei ihre Kontrolltätigkeit verstärkt. Zwischen Januar und September 2026 wurden landesweit insgesamt 144.179 Aufenthaltskontrollen durchgeführt. Das entspricht einem Anstieg um zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Im Rahmen dieser Kontrollen überprüften die Beamten insgesamt 416.736 ausländische Staatsangehörige sowie 23.434 Beherbergungsbetriebe und 14.124 Betriebsstätten in der gesamten Tschechischen Republik.
Die aktuellen Zahlen zeigen damit ein weitgehend stabiles Migrationsgeschehen. Trotz des prozentual deutlichen Anstiegs bei der Transitmigration bleibt deren Anteil an der gesamten registrierten illegalen Migration in Tschechien gering.










