Studie: Tschechen sehen Sprache und die Einhaltung von Gesetzen als Schlüssel zur Integration
Die Untersuchung zeigt zudem deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung einzelner Nationalitäten

Trotz unterschiedlicher Einstellungen gegenüber Ausländern herrscht in Tschechien weitgehend Einigkeit darüber, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration entscheidend sind. Besonders wichtig sind die Einhaltung von Gesetzen, Sprachkenntnisse und eine legale Beschäftigung.
Die tschechische Bevölkerung ist beim Thema Zuwanderung gespalten. Während 61 Prozent die Einwanderung von Ausländern nach Tschechien als Bedrohung wahrnehmen, sehen 39 Prozent darin einen Vorteil für das Land. Das geht aus einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts STEM hervor, die im Rahmen eines vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union unterstützten Forschungsprojekts durchgeführt wurde.
Trotz dieser unterschiedlichen Einstellungen besteht bei den grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration weitgehend Einigkeit. Für 98 Prozent der Befragten ist die Einhaltung der geltenden Gesetze besonders wichtig, 97 Prozent erwarten, dass Ausländer die örtlichen Lebensgewohnheiten respektieren. Auch die Fähigkeit, sich auf Tschechisch zu verständigen, sowie eine legale Beschäftigung gelten als wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft.
Weniger Bedeutung messen die Befragten einer aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, dem Erwerb der tschechischen Staatsbürgerschaft, Freundschaften mit Einheimischen oder dem Interesse an tschechischer Kultur und Traditionen bei.
„Es zeigt sich, dass die Öffentlichkeit von Ausländern vor allem erwartet, dass sie sich an Regeln halten, und nicht unbedingt eine tiefere kulturelle oder gesellschaftliche Einbindung“, erklärt Jitka Uhrová, Forschungsdirektorin bei STEM.
Slowaken und Vietnamesen werden besonders positiv wahrgenommen
Die Untersuchung zeigt zudem deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung einzelner Nationalitäten. Am positivsten werden Slowaken bewertet. Auch Vietnamesen genießen in der tschechischen Bevölkerung eine vergleichsweise hohe Akzeptanz.
Grundsätzlich akzeptieren die Befragten Ausländer eher als Nachbarn oder Arbeitskollegen. Bei engeren Beziehungen, etwa Freundschaften oder familiären Bindungen, sind viele zurückhaltender. Das gilt besonders für Menschen aus Ländern, die als kulturell oder geografisch weiter entfernt wahrgenommen werden.
Wie offen jemand gegenüber Ausländern ist, hängt stark von der persönlichen Einstellung ab. Während aufgeschlossene Menschen kaum Vorbehalte haben, zeigen andere Bevölkerungsgruppen deutlich mehr Zurückhaltung. Eine Ausnahme bilden selbst bei den Aufgeschlossenen Menschen aus Russland. STEM führt dies unter anderem auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zurück.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Einstellungen zur Migration in Tschechien stark auseinandergehen. Gleichzeitig zeigt sich über die verschiedenen Bevölkerungsgruppen hinweg ein gemeinsames Verständnis davon, welche grundlegenden Voraussetzungen Ausländer für eine erfolgreiche Integration erfüllen sollten: die Gesetze respektieren, sich auf Tschechisch verständigen können und einer legalen Beschäftigung nachgehen.










