Goethe-Institut Prag widmet Herbstprogramm vietnamesisch-europäischen Kulturbeziehungen
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Ausstellung „Unausgesprochene Namen“ steht im Mittelpunkt des Programms

Ab Mitte September rückt das Goethe-Institut Prag die Erfahrungen der vietnamesischen Diaspora in Mitteleuropa in den Fokus. Ausstellung, Diskussionen, Filme und Workshops beleuchten Identität, Migration und kulturellen Austausch.
Das Goethe-Institut Prag widmet sein Herbstprogramm den kulturellen Verbindungen zwischen Vietnam, Tschechien, der Slowakei und Deutschland. Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „Unausgesprochene Namen“, die ab dem 15. September zu sehen ist.
Die von Tamara Moyzes vom Artivist Lab kuratierte Ausstellung präsentiert Arbeiten von Künstlern der zweiten vietnamesischen Generation, die in Tschechien, Deutschland und der Slowakei leben. Begleitet wird sie von einer Podiumsdiskussion, Filmvorführungen und gastronomischen Workshops.
„Es ist relativ wenig bekannt, aber die ehemalige Deutsche Demokratische Republik und die Tschechoslowakei teilten seit den 1970er-Jahren unter anderem ein bemerkenswertes kulturelles Phänomen: die vietnamesische Community“, erklärt Anaïs Boelicke, Direktorin des Goethe-Instituts Prag. Besonders interessant sei die Frage, welche Bedeutung das Zusammenspiel vietnamesischer, tschechischer und deutscher Einflüsse bis heute habe.

Gemeinsame europäische Geschichte im Mittelpunkt
Die Ausstellung beschäftigt sich mit den persönlichen, familiären und künstlerischen Geschichten von Menschen vietnamesischer Herkunft und deren Verbindung zur postsocialistischen Geschichte Mittel- und Osteuropas.
„Es ist eine Ausstellung über eine gemeinsame europäische Geschichte, die bislang nicht vollständig benannt wurde“, sagt Kuratorin Tamara Moyzes. Die vietnamesische Präsenz in Europa sei über Jahrzehnte durch unterschiedliche Formen der Mobilität geprägt worden – von Arbeit und Studium bis hin zu künstlerischem und intellektuellem Austausch.
Nach dem Ende des Sozialismus seien frühere Vorstellungen von Solidarität jedoch häufig durch Unsicherheit, administrativen Druck und soziale Ausgrenzung ersetzt worden. Der Titel „Unausgesprochene Namen“ verweist unter anderem auf den Umgang mit vietnamesischen Namen in der tschechischen, slowakischen und deutschen Gesellschaft. Vietnamesen seien in unterschiedlichen Situationen dazu gedrängt worden, ihre Namen zu vereinfachen, anzupassen oder durch tschechische beziehungsweise deutsche Namen zu ersetzen.
Künstler aus Tschechien, Deutschland und der Slowakei
Zu den vertretenen Künstlern gehören Kvet Nguyễn, Minh Duc Pham, Lê Thị Hoài, Duc Minh Vu und Quỳnh Trang Trần. Gezeigt werden unter anderem keramische Skulpturen sowie Sound- und Digitalkunst. Die Arbeiten setzen sich mit Erinnerung, Migration und den Beziehungen zwischen Vietnam und Mittel- und Osteuropa auseinander. Dabei wird Migration nicht als isoliertes Phänomen betrachtet, sondern als Teil einer längeren politischen, kulturellen, bildungsbezogenen und persönlichen Geschichte.

Die öffentliche Vernissage findet am 15. September um 18 Uhr im Goethe-Institut statt. Anschließend ist ein Rundgang mit den ausstellenden Künstlern geplant.
Am 16. September um 18 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion über die Erfahrungen der vietnamesischen Diaspora im postsozialistischen Europa. Zu den Teilnehmern gehören Kvet Nguyễn, Minh Duc Pham, Tereza Freidingerová und Kien Nghi Ha. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Kulturanthropologen Jakub Grygar. Die Diskussion findet auf Tschechisch und Deutsch mit Simultandolmetschung statt.
Workshops rund um vietnamesischen Kaffee
Zum Begleitprogramm gehört außerdem die Veranstaltungsreihe „Die Geschichte eines Kaffees, der Menschen verbinden kann“. Am 24. September, 8. Oktober, 22. Oktober und 5. November, jeweils ab 17 Uhr, stehen die Geschichte und der Geschmack vietnamesischen Kaffees im Mittelpunkt.
Neben Verkostungen sind Begegnungen mit Persönlichkeiten der vietnamesischen Community vorgesehen. Organisiert werden die Workshops gemeinsam mit The Latt, einem jungen tschechisch-vietnamesischen Team aus dem Prager Stadtteil Sapa.
Die Ausstellung „Unausgesprochene Namen“ ist vom 15. September bis 14. November 2026 im Goethe-Institut am Masarykovo nábřeží 32 in Prag 1 zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist auf Tschechisch, Deutsch und Englisch zugänglich.
Goethe-Institut Prag
Masarykovo nábřeží 32, Praha 1









