Nationalmuseum zeigt neues Kunstwerk im Jan-Palach-Denkmal
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Das Gemälde „Jan Palach 1969“ von Hynek Martinec zeigt Palachs Totenmaske und ergänzt die historische Ausstellung der Gedenkstätte

Ein zeitgenössisches Gemälde ergänzt die historische Ausstellung im Jan-Palach-Denkmal in Všetaty. Das Werk zeigt die von Olbram Zoubek geschaffene Totenmaske Palachs.
Anlässlich des Jahrestages der Besetzung der Tschechoslowakei am 21. August 1968 und des Geburtstages von Jan Palach präsentiert das Nationalmuseum in Všetaty ein zeitgenössisches Kunstwerk, das sich mit dessen Vermächtnis auseinandersetzt.
Das Gemälde „Jan Palach 1969“ des tschechisch-britischen Künstlers Hynek Martinec zeigt die von Olbram Zoubek angefertigte Totenmaske Palachs. Das Werk wurde von dem privaten Sammler Václav Nekvapil auf unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt.

„Von den Ereignissen der Jahre 1968 und 1969 trennen uns mehr als fünf Jahrzehnte. Dennoch spricht Palachs Vermächtnis auch Menschen an, die diese Zeit nicht selbst erlebt haben“, erklärt Michal Lukeš, Generaldirektor des Nationalmuseums. Das Gemälde bringe eine zeitgenössische Perspektive in die Gedenkstätte und ermögliche den Besuchern, sich Palachs Vermächtnis auch über moderne Kunst zu nähern.
Wechselnde Kunstwerke erinnern an Palachs Vermächtnis
Die Präsentation jeweils eines einzelnen Kunstwerks gehört zum langfristigen Konzept der Gedenkstätte. Gezeigt werden Arbeiten, die thematisch mit Jan Palach und seinem Vermächtnis verbunden sind. Als erstes Werk war dort die Skulptur „Zlatý Jan“ von Olbram Zoubek ausgestellt. Es folgten eine Assemblage von Jiří Sozanský sowie eine Aufnahme des Fotografen Bohdan Holomíček vom Januar 1969. Die Fotografie ist inzwischen Teil der Dauerausstellung.

Zuletzt wurde die Skulptur „Plamen“ von Jiří Jílek gezeigt. Sie wurde nun durch Martinecs Gemälde ersetzt. Die Leihgabe kam mithilfe der Sammlerplattform EduArt Experience zustande. Die Verletzlichkeit der Demokratie und die Bedeutung der Freiheit spielen in Martinecs Werk seit Langem eine wichtige Rolle. Das Gemälde „Jan Palach 1969“ entstand während der Covid-19-Pandemie.
Gedenkstätte in Palachs Elternhaus
Das Jan-Palach-Denkmal befindet sich in dem ehemaligen Wohnhaus in Všetaty, in dem Palach seine Kindheit und Jugend verbrachte. Für die Umgestaltung des Gebäudes schrieb das Nationalmuseum 2015 einen künstlerisch-architektonischen Wettbewerb aus. Die historische Ausstellung zeichnet Palachs Leben und seinen Protest nach. Am 16. Januar 1969 setzte sich der Student auf dem Prager Wenzelsplatz selbst in Brand. Mit seiner Tat wollte er die Öffentlichkeit knapp fünf Monate nach der Besetzung der Tschechoslowakei aus ihrer zunehmenden Resignation aufrütteln.

Authentische Gegenstände, interaktive Bildschirme sowie historische Bild- und Tonaufnahmen vermitteln Einblicke in Palachs familiäres Umfeld, sein Leben und die Ereignisse vom Januar 1969. Die Ausstellung dokumentiert außerdem die Reaktionen der Gesellschaft und der Staatsmacht auf seine Tat – im Jahr 1969, während der sogenannten Normalisierung und nach dem politischen Umbruch von 1989.
Zu den bedeutendsten Exponaten gehören die tschechoslowakische Staatsflagge, mit der Palachs Leichnam nach seinem Tod bedeckt wurde, und die von Olbram Zoubek geschaffene Totenmaske. Bestandteil der Ausstellung ist außerdem ein Dokumentarfilm über Jan Palach, den die Regisseurin Olga Sommerová für die Gedenkstätte drehte.
Das Jan-Palach-Denkmal ist freitags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Památník Jana Palacha | Jan-Palach-Denkmal
Smetanova 337, Všetaty Webseite Nationalmuseum (CZ+ENG)









