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Dvorecký most: Ein Projekt mit langer Geschichte zwischen Vision und Realisierung

Die neue Moldaubrücke in Prag wird heute am Welt-ÖPNV-Tag feierlich eröffnet

Dvorecký most: Ein Projekt mit langer Geschichte zwischen Vision und Planung
Foto: CAMP

Mit dem Dvorecký most erhält Prag eine neue Verbindung für Tram, Radfahrer und Fußgänger. Doch die Planungen für die Brücke reichen bis in die Zwischenkriegszeit zurück. Archive geben Einblick in ein Projekt mit wechselvoller Geschichte.


Die neue Verbindung über die Moldau, der Dvorecký most, für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr eröffnet heute, am Welt-ÖPNV-Tag. Die Idee für die neue Brücke reicht jedoch weit zurück – bis in die Zwischenkriegszeit. Ein Blick in die Planungsarchive des IPR Praha zeigt, wie sich das Projekt über Jahrzehnte verändert hat.


Der Bau eines weiteren Moldauübergangs südlich der Výtoň-Brücke (Výtoňský most) wurde bereits in den 1920er-Jahren in Betracht gezogen. Die staatliche Regulierungskommission für Prag und Umgebung plante die Trasse damals weiter südlich, in der Nähe der heutigen Jeremenkova-Straße. Vorgesehen war eine Verbindung zwischen den geplanten Wohngebieten auf Dívčí hrady und in Pankrác. Neben dem Straßenverkehr sollte der Brückenbau auch eine Eisenbahntrasse aufnehmen. Aufgrund der topografischen Gegebenheiten war eine sogenannte „Hochbrücke“ erforderlich, die die beiden Hügel über der Moldau überspannt und teilweise in einen Tunnel übergeht.


Dvorecký most: Ein Projekt mit langer Geschichte zwischen Vision und Planung
Foto: IPR Praha

In den frühen 1940er-Jahren griff die deutsche Planungsbehörde das Vorhaben erneut auf und integrierte es in die sogenannte südliche Tangente, eine geplante Schnellstraße im Süden Prags. Auch in dieser Phase blieb die kombinierte Nutzung für Straßen- und Schienenverkehr Bestandteil der Planungen. 1944 ließ die Behörde mehrere Variantenstudien erstellen, die unterschiedliche Konstruktionen und Materialien miteinander verglichen.


Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Trasse zunächst Teil der Planungsüberlegungen und war noch im Entwurf des Raumplans von 1953 enthalten. Im ersten offiziell verabschiedeten Stadtentwicklungsplan von 1964 verschwand das Projekt jedoch – stattdessen rückte der Bau der Barrandov-Brücke (Barrandovský most) in den Fokus.


Dvorecký most: Ein Projekt mit langer Geschichte zwischen Vision und Planung
Foto: IPR Praha

Erst nach der politischen Wende kehrte die Idee eines Brückenbaus an dieser Stelle zurück. Im Zuge von Studien zur Entwicklung des Stadtteils Smíchov wurde der Bedarf an einer zusätzlichen Verbindung erneut diskutiert. In diesem Zusammenhang tauchten verschiedene Varianten und Bezeichnungen auf, darunter auch Výtoňský, Podolský oder Zlíchovský most.


Die heutige Trassenführung des Dvorecký most wurde schließlich im Flächennutzungsplan von 1999 verankert – und bildet damit die Grundlage für das aktuelle Projekt, das nun feierlich eröffnet wird.


Dvorecký most: Ein Projekt mit langer Geschichte zwischen Vision und Planung
Foto: Pražská integrovaná doprava

Neue Moldau-Brücke: Dvorecký most


Die neue Dvorecký-Brücke (Dvorecký most) in Prag wird nicht nur eine Verbindung zwischen Podolí und Zlíchov für Verkehrsteilnehmer sein, sondern auch durch moderne Kunstobjekte zu einem neuen kulturellen Treffpunkt in Prag werden. Ihre Bedeutung geht dabei auch weit über eine einfache Querung hinaus: Die Dvorecký-Brücke wird zu einem wichtigen Baustein im Prager Verkehrsnetz und soll insbesondere den öffentlichen Nahverkehr stärken.

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