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2025: Fast 500.000 Anfragen aus dem Ausland zu Verkehrsdelikten tschechischer Autofahrer

Besonders häufig kamen die Anfragen aus Deutschland und Österreich

2025: Fast 500.000 Anfragen aus dem Ausland zu Verkehrsdelikten tschechischer Autofahrer
Foto: Polizeipräsidium Westpfalz

Rund 500.000 Mal fragten ausländische Behörden im vergangenen Jahr beim tschechischen Verkehrsministerium Fahrer- und Halterdaten ab. Anlass waren zumeist erhöhte Geschwindigkeit tschechischer Autofahrer im Ausland. Besonders häufig kamen die Anfragen aus Deutschland und Österreich.


Das tschechische Verkehrsministerium hat im vergangenen Jahr 489.408 Anfragen zu Fahrer- und Halterdaten erhalten. Dabei ging es um Verkehrsteilnehmer, die im Ausland gegen Verkehrsregeln verstoßen hatten. Der mit Abstand größte Teil der Anfragen kam aus Deutschland.


Allein dort registrierten die Behörden laut einem Bericht des Nachrichtensenders ČT24 mehr als 213.000 Verkehrsverstöße, was über 43 Prozent aller Fälle entspricht. Am häufigsten ging es um Geschwindigkeitsüberschreitungen, die in Deutschland mit Geldstrafen von mehreren hundert Euro geahndet werden können. Aus Österreich gingen mehr als 124.000 Anfragen ein. Deutlich niedriger fielen die Zahlen aus den beiden anderen Nachbarstaaten aus: knapp 13.000 Anfragen kamen aus Polen, lediglich rund 500 aus der Slowakei.


Die Anfragen und Antworten werden über das EU-weite Informationssystem EUCARIS (European Car and Driving Licence Information System) abgewickelt. Die Anfragen enthalten neben den Identifikationsdaten des Fahrzeughalters oder Fahrers auch Informationen zum jeweiligen Verstoß. Dazu zählen unter anderem zu hohe Geschwindigkeit, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, Nichtanlegen des Sicherheitsgurts oder Missachtung einer roten Ampel. Mit großem Abstand am häufigsten werden tschechische Fahrer im Ausland wegen überhöhter Geschwindigkeit belangt – im vergangenen Jahr machten diese Verstöße laut dem Nachrichtensender mehr als 96 Prozent aller Fälle aus.


Seit Jahren werden die meisten Verkehrsdelikte tschechischer Autofahrer in Deutschland registriert. Das Land fungiert als wichtiges Transitgebiet und verfügt über besonders intensive Kontrollen und ein dichtes Radarnetz. Auch Österreich zählt zu den Ländern, in denen tschechische Fahrer regelmäßig auffallen. Dies hänge mit beliebten Reisezielen sowie Dienst- und Urlaubsfahrten zusammen. Vor allem in den Sommermonaten steigt die Zahl der Verstöße deutlich an, da viele Fahrten in Richtung Italien oder Kroatien über Deutschland und Österreich führen.


In Österreich ahnden Polizeibeamte bereits geringfügige Überschreitungen von ein bis zwei Kilometern pro Stunde über der Messtoleranz. In Deutschland droht außerhalb geschlossener Ortschaften bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von bis zu zehn Kilometern pro Stunde ein Bußgeld von 20 Euro. Wer das Tempolimit um mehr als 70 Kilometer pro Stunde überschreitet, muss mit 700 Euro, einem dreimonatigen Fahrverbot und zwei Punkten rechnen. Innerorts fallen die Strafen noch höher aus. In Österreich kann bei besonders schweren Verstößen sogar das Fahrzeug beschlagnahmt werden.

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