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Tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt tausende Verstöße auf: Jeder fünfte Lkw betroffen

Kontrollen bringen hohe Strafsummen und zahlreiche Fahrverbote – Fokus künftig stärker auf gezielte Aktionen und internationale Zusammenarbeit

Tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt tausende Verstöße auf: Jeder fünfte Lkw betroffen
Foto: INSID - Inspekce silniční dopravy

Mehr als 16.000 Kontrollen in nur neun Monaten: Die tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt dabei zahlreiche Verstöße auf. Besonders häufig geht es um übermüdete Fahrer und überladene Lkw.


Die tschechische Straßenverkehrsinspektion INSID hat in den ersten neun Monaten ihres Bestehens eine umfangreiche Bilanz vorgelegt. Zwischen Juli 2025 und März 2026 führten die Kontrolleure insgesamt 16.222 Überprüfungen durch, vor allem bei Lastkraftwagen und Bussen. Dabei wurde bei rund jedem fünften Fahrzeug ein Verstoß festgestellt.


Konkret registrierten die Inspektoren in 3.663 Fällen Regelverstöße, was einem Anteil von 22,58 Prozent entspricht. Die Behörde verhängte Bußgelder in Höhe von 5,55 Millionen Kronen, während zusätzlich Kautionen von über 40,6 Millionen Kronen eingezogen wurden. Weitere 2.018 Fälle wurden an Verwaltungsbehörden weitergeleitet, die über die endgültige Höhe der Sanktionen entscheiden.


Tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt tausende Verstöße auf: Jeder fünfte Lkw betroffen
Foto: INSID - Inspekce silniční dopravy

In 888 Fällen untersagte die Inspektion Fahrern die Weiterfahrt – meist aufgrund überladener Fahrzeuge. „Unser Ziel ist es nicht, ehrliche Transportunternehmen zu behindern, sondern jene zu sanktionieren, die bewusst Risiken eingehen, die Sicherheit gefährden und durch unlauteren Wettbewerb den Markt verzerren“, erklärte INSID-Direktorin Lenka Ptáčková Melicharová.


Verstöße gegen Lenkzeiten besonders häufig


Ein Blick auf die Daten zeigt klare Schwerpunkte: Am häufigsten stellten die Inspektoren Verstöße gegen die Sozialvorschriften fest, insbesondere bei Lenk- und Ruhezeiten. So müssen Fahrer nach spätestens viereinhalb Stunden eine Pause einlegen – eine Vorgabe, die in der Praxis jedoch häufig überschritten wird.


„Die Missachtung dieser Regeln führt zu Ermüdung und Unaufmerksamkeit und stellt damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar“, betonte INSID-Fachberater Josef Matěj.


Tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt tausende Verstöße auf: Jeder fünfte Lkw betroffen
Foto: INSID - Inspekce silniční dopravy

Ein weiterer Fokus liegt auf Gewichtskontrollen. Bei gezielt überprüften Fahrzeugkombinationen wurden in 67,81 Prozent der Fälle Mängel festgestellt. Moderne Hochgeschwindigkeitswaagen helfen dabei, verdächtige Fahrzeuge bereits im Vorfeld auszuwählen.


Auch Verstöße gegen Fahrverbote an Wochenenden und Feiertagen sind verbreitet: In über 41 Prozent der kontrollierten Fälle wurden entsprechende Regelverletzungen festgestellt. Darüber hinaus deckten die Inspektoren immer wieder Manipulationen an Tachografen sowie Eingriffe in Emissionssysteme auf.


Mehr gezielte Kontrollen geplant


Nach einer Phase breit angelegter Standardkontrollen verlagert INSID ihren Schwerpunkt zunehmend auf gezielte Maßnahmen. Dabei stehen insbesondere auffällige Transportunternehmen und spezifische Problemfelder im Fokus.


So richteten sich jüngste Kontrollen unter anderem auf Fernbusse aus Südosteuropa, bei denen vor allem der technische Zustand überprüft wurde. Zudem beteiligte sich die Inspektion an einer gemeinsamen Aktion mit der Stadt Prag zur Kontrolle sogenannter „Pseudoveteranen“.


Tschechische Straßenverkehrsinspektion deckt tausende Verstöße auf: Jeder fünfte Lkw betroffen
Foto: Portál hlavního města Prahy

Weitere Schwerpunktaktionen sind bereits in Vorbereitung, unter anderem zur Überprüfung von Aufzeichnungen und zur Aufdeckung von Tachografenbetrug. Dabei geht es etwa um Fälle, in denen Fahrer während der Fahrt die Karte eines anderen Fahrers nutzen, um Lenkzeiten zu verschleiern.


Enge Zusammenarbeit mit europäischen Partnern


Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist zudem die internationale Kooperation. INSID beteiligt sich regelmäßig an gemeinsamen Kontrollaktionen mit Behörden aus anderen europäischen Ländern und tauscht Informationen über auffällige Unternehmen aus.


Kontrollen von Fernbussen wurden beispielsweise zeitgleich in der Tschechischen Republik und in Österreich durchgeführt. Darüber hinaus waren tschechische Inspektoren auch an Einsätzen in Belgien und Frankreich beteiligt. Im Mai werden wiederum Experten aus Deutschland und Polen an Kontrollen auf tschechischen Straßen teilnehmen.


„Der Verkehr kennt keine Grenzen – deshalb ist ein abgestimmtes Vorgehen der Kontrollbehörden in ganz Europa unerlässlich“, fügte Ptáčková Melicharová hinzu.

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