Polizei registriert deutlich mehr Drogenüberdosierungen in Tschechien – 111 Todesfälle im Jahr 2025
- Tschechien News

- vor 51 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Besonders in Prag und Südmähren stieg die Zahl der gemeldeten Fälle deutlich an. Die Polizei warnt zudem vor synthetischen Cannabinoiden in frei verkäuflichen Produkten.

Die Zahl der registrierten Überdosierungen mit illegalen Drogen, psychoaktiven Substanzen und bestimmten Medikamenten ist in Tschechien im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben der Polizei wurde sie bislang zu 257 Fällen gerufen. 111 Menschen starben infolge der Intoxikation.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um mehrere Dutzend Fälle. Die Behörden weisen jedoch darauf hin, dass die höheren Zahlen teilweise auch mit einer genaueren statistischen Erfassung zusammenhängen könnten. Hintergrund dafür ist die zunehmende Verbreitung hochtoxischer synthetischer Opioide in Europa.
Die Polizei betont zudem, dass die Statistik ausschließlich Fälle umfasst, bei denen Einsatzkräfte vor Ort waren. Die tatsächliche Zahl der Vergiftungen, die eine medizinische Notfallversorgung oder eine Krankenhausbehandlung erforderlich machten, dürfte daher deutlich höher liegen.
Mehr Drogenüberdosierungen in Prag und Südmähren: Junge Menschen besonders häufig betroffen
Die meisten gemeldeten Intoxikationen verzeichneten Prag mit 73 Fällen sowie der Südmährische Kreis mit 59 Fällen. Besonders in Südmähren nahm die Zahl der registrierten Fälle im Vergleich zu 2024 beinahe um das Dreifache zu.
Während in Prag fast jeder zweite gemeldete Fall tödlich endete – 37 Menschen starben, 36 überlebten –, registrierten die Behörden in Südmähren zwölf Todesfälle bei insgesamt 59 gemeldeten Intoxikationen.
Aus den Daten geht hervor, dass vor allem junge Menschen häufiger von Intoxikationen betroffen waren, diese jedoch öfter überlebten. In der Altersgruppe unter 18 Jahren starben acht Menschen, weitere 75 Jugendliche erlitten eine nicht tödliche Intoxikation.
Bei den 19- bis 25-Jährigen kamen 20 Menschen infolge des Konsums ums Leben. Weitere 30 Todesfälle entfielen auf Personen zwischen 26 und 35 Jahren sowie weitere 30 auf die Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen. Zwölf Todesopfer waren zwischen 46 und 55 Jahre alt, elf weitere älter als 55 Jahre.
Bei den insgesamt 111 tödlichen Intoxikationen spielte in rund 40 Fällen die Kombination mehrerer Substanzen eine Rolle. Besonders häufig wurden Methamphetamin (Pervitin) sowie verschiedene Medikamente nachgewiesen, darunter Benzodiazepine, Antidepressiva, Fentanyl und andere Opiate.
In 17 Todesfällen wurde zudem Kratom festgestellt. Viermal handelte es sich dabei um die einzige nachgewiesene Substanz, in elf Fällen wurde Kratom zusammen mit Medikamenten oder anderen Drogen konsumiert.
Behörden warnen vor synthetischen Cannabinoiden in Joints, Vapes und Süßwaren
Besondere Sorge bereiten den Behörden weiterhin Produkte mit synthetischen Cannabinoiden. Dabei handelt es sich unter anderem um vorgerollte Joints, angereicherte Cannabisblüten, elektronische Zigaretten oder Süßwaren mit hochriskanten halbsynthetischen oder synthetischen Cannabinoiden.
Im Zusammenhang mit diesen Produkten registrierte die Polizei in diesem Jahr bereits 52 nicht tödliche Intoxikationen sowie einen Todesfall unmittelbar nach dem Konsum eines Produkts mit synthetischen Cannabinoiden. Bereits im vergangenen Jahr wurden diese Stoffe bei drei Todesfällen nachgewiesen – in zwei Fällen in Kombination mit weiteren Substanzen.








