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Tschechiens Firmenlandschaft im Wandel: Mehr Firmen, aber weniger Arbeitgeber

Zwischen 2010 und 2023 überstand nur etwa die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen die ersten fünf Jahre

Tschechiens Firmenlandschaft im Wandel: Mehr Firmen, aber weniger Arbeitgeber
Foto: Austin Distel | Unsplash

Tschechiens Unternehmenslandschaft verändert sich: Immer mehr Neugründungen, gleichzeitig sinkt jedoch die Zahl der Betriebe mit Angestellten auf den niedrigsten Stand seit 2014. Neue Gründungen schaffen Arbeitsplätze, doch viele Unternehmen verschwinden bereits innerhalb weniger Jahre wieder vom Markt.


Die Zahl der Unternehmen in Tschechien ist zwischen 2010 und 2023 deutlich gestiegen. Wie die neuesten Daten des tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) zeigen, nahm ihre Gesamtzahl in diesem Zeitraum um fast 22 Prozent zu. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl der Betriebe mit Angestellten rückläufig – 2023 wurde hier der niedrigste Stand seit 2014 verzeichnet.


Insgesamt waren 2023 rund 1,3 Millionen aktive Unternehmen in Tschechien tätig. Sie sicherten Arbeitsplätze für knapp 4,3 Millionen Menschen. Besonders stark vertreten war der Bereich Groß- und Einzelhandel einschließlich der Reparatur und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen mit 223.500 Unternehmen. Es folgten die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (213.800) sowie das Baugewerbe (201.500). Trotz der insgesamt positiven Entwicklung lag die Zahl der Betriebe mit Angestellten bei rund 237.000 auf dem tiefsten Niveau seit fast einem Jahrzehnt.


Im Jahr 2023 wurden mehr als 120.000 neue Unternehmen gegründet. Sie schufen Arbeitsplätze für über 100.000 Personen. Der Anteil der Neugründungen an allen aktiven Unternehmen betrug rund neun Prozent und lag damit leicht unter dem EU-Durchschnitt von 10,4 Prozent. Die meisten neuen Betriebe entstanden im Handel (19.000), im Baugewerbe (18.400) sowie im verarbeitenden Gewerbe (18.400).


Zu den Unternehmensschließungen liegen bislang Zahlen für 2022 vor. In diesem Jahr stellten 104.500 Betriebe ihre Tätigkeit ein, wodurch mehr als 82.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Der Anteil der Schließungen entsprach mit 8,1 Prozent nahezu dem EU-weiten Durchschnitt von 8,4 Prozent.


Ein Blick auf die Lebensdauer der Unternehmen zeigt, dass sich der Markt weiterhin dynamisch und zugleich risikoreich entwickelt. Zwischen 2010 und 2023 überstand nur etwa die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen die ersten fünf Jahre. Besonders angespannt war die Lage im Handel und im Dienstleistungssektor, wo mehr als 55 Prozent der Betriebe innerhalb von fünf Jahren wieder vom Markt verschwanden.


Insgesamt zeigt sich: Die Zahl der Unternehmen in Tschechien wächst, bleibt jedoch dynamisch und herausfordernd. Neue Gründungen schaffen Chancen, gleichzeitig zeigt die hohe Zahl der Schließungen das Risiko für Unternehmen in den ersten Jahren.

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