Prager Wohnungsmarkt: Nachfrage nach Neubauwohnungen boomt – Preise überschreiten 170.000-Kronen-Marke
- Tschechien News

- 2. Aug. 2025
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Die Branche sieht die Ursache für die hohen Preise nicht nur in der Nachfrage, sondern auch in bürokratischen Hürden

Die Nachfrage nach neuen Eigentumswohnungen in Prag bleibt hoch – und treibt die Preise weiter in die Höhe. Im ersten Halbjahr 2025 wechselten 4.300 neue Wohnungen den Besitzer, ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig überschritt der durchschnittliche Quadratmeterpreis erstmals die Marke von 170.000 Kronen. Das geht aus den aktuellen Marktzahlen der Entwickler Trigema, Central Group und Skanska Residential hervor.
Von April bis Juni wurden in Prag 1.750 neue Wohnungen verkauft, was einem leichten Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Dennoch liegt die Nachfrage weiterhin rund 20 Prozent über dem langjährigen Mittelwert. Das Halbjahresergebnis ist das zweitbeste der vergangenen 15 Jahre – nur 2021 wurden in den ersten sechs Monaten noch mehr Wohnungen verkauft. Experten rechnen damit, dass 2025 insgesamt über 8.000 Neubauten einen Käufer finden könnten, was einen neuen Rekord bedeuten würde.
Sinkende Zinsen beleben den Markt
Zu den Treibern der starken Nachfrage zählt vor allem der allmähliche Rückgang der Hypothekenzinsen. Laut ČBA Hypomonitor sank der durchschnittliche Zinssatz neuer Darlehen im Juni auf 4,56 Prozent, das Volumen der vergebenen Hypotheken stieg binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf 150 Milliarden Kronen. Viele Käufer und Investoren sehen Immobilien zudem weiterhin als sichere Kapitalanlage – nicht zuletzt vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten weltweit. Besonders gefragt sind Wohnungen in den Bezirken Prag 4, 5, 9 und 10.
Preise klettern auf neue Höchststände
Der durchschnittliche Angebotspreis liegt nun bei 170.594 Kronen pro Quadratmeter, ein Plus von 8,8 Prozent im Jahresvergleich. Der tatsächliche Verkaufspreis liegt bei 165.019 Kronen und damit 12,3 Prozent höher als im Vorjahr. Am günstigsten sind Neubauten in Prag 9 mit rund 152.000 Kronen pro Quadratmeter, während Käufer in den historischen Innenstadtbezirken 1 und 2 über 210.000 Kronen zahlen müssen.
Die Branche sieht die Ursache für die hohen Preise nicht nur in der Nachfrage, sondern auch in bürokratischen Hürden. „Das Baugenehmigungsverfahren ist seit Jahren ein Problem, doch mit dem neuen Gesetz und der schleppenden Digitalisierung hat sich die Lage weiter verschlechtert“, sagt Dušan Kunovský von Central Group. In den vergangenen zehn Jahren seien die Preise für Neubauten um über 170 Prozent gestiegen.
Angebot stagniert – keine Entspannung in Sicht
Ende Juni standen 5.750 neue Wohnungen zum Verkauf, rund 7,5 Prozent mehr als im Vorquartal. Doch dieser Zuwachs ist vor allem auf ältere, bereits vorbereitete Projekte zurückzuführen. Die strukturelle Angebotslücke bleibt bestehen – nach Ansicht von Experten müsste Prag jährlich bis zu 10.000 Neubauten genehmigen, um den Bedarf zu decken. Solange die Prozesse nicht deutlich beschleunigt werden, dürfte sich der Druck auf die Preise kaum verringern.








