Plzeňský Prazdroj verkauft 2025 weniger Bier – kühles Wetter dämpft Nachfrage
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Besonders deutlich ging der Absatz von Fassbier zurück

Der tschechische Brauereikonzern Plzeňský Prazdroj hat im vergangenen Jahr in der Tschechischen Republik insgesamt 7,17 Millionen Hektoliter Bier verkauft. Das entspricht einem Rückgang von rund zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen vor allem das ungewöhnlich kühle Wetter während der Sommersaison sowie den längerfristigen Rückgang des Bierkonsums im Land.
Nach Angaben des Unternehmens gehörte das vergangene Jahr zu den kältesten der letzten zehn Jahre. Gerade die Sommermonate gelten traditionell als wichtigste Verkaufsphase für Brauereien und Gastronomiebetriebe. Niedrigere Temperaturen als üblich hätten daher spürbar auf den Absatz gedrückt. Auch die Außengastronomie habe vielerorts nicht in dem Umfang stattfinden können, wie es normalerweise der Fall ist.
Besonders deutlich ging der Absatz von Fassbier zurück. In Gaststätten und Restaurants sanken die Verkäufe um vier Prozent, im Einzelhandel lag der Rückgang bei rund einem Prozent. Dennoch liegt der Anteil des Bieres, das in Bars und Restaurants konsumiert wird, beim Pilsener Brauer weiterhin über dem Durchschnitt des tschechischen Marktes. Mehr als 34 Prozent der Produktion werden weiterhin in der Gastronomie verkauft, während der Anteil im gesamten Markt zuletzt bei rund 29 Prozent lag.
Das kühlere Wetter zeigte sich auch in den meteorologischen Daten. Mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 8,3 Grad Celsius gehörte das vergangene Jahr zu den kälteren der letzten Jahre. Besonders deutlich fiel der Unterschied im Sommer aus: Der Juli war im Durchschnitt um 1,9 Grad kälter als im Jahr zuvor, im August lag die Differenz sogar bei 2,5 Grad.

Während der Gesamtmarkt schwächer ausfiel, konnten Lagerbiere ihren Aufwärtstrend fortsetzen. In dieser Kategorie stiegen die Verkäufe des Unternehmens um 1,2 Prozent. Besonders gefragt waren Marken wie Radegast 12, Ratar, Pilsner Urquell und Gambrinus 12. Deutliches Wachstum verzeichnete auch das Lagerbier Proud, das erst 2024 auf den Markt kam und sich vor allem an jüngere Konsumenten richtet.
Schwächer entwickelte sich hingegen weiterhin die Kategorie der klassischen „Zehner“-Biere. Ihre Verkäufe gingen im vergangenen Jahr um vier Prozent zurück.
Auch alkoholfreie Biere, die in den vergangenen Jahren stark gewachsen waren, mussten einen Rückgang hinnehmen. Die Verkäufe sanken um fünf Prozent. Dennoch machen alkoholfreie Varianten weiterhin rund elf Prozent der gesamten Inlandsverkäufe des Unternehmens aus.

Bei den Verpackungen bleiben Mehrweg-Glasflaschen weiterhin die wichtigste Kategorie. Sie machten rund 34 Prozent des Absatzes aus. Eine Flasche kann laut Unternehmen im Durchschnitt bis zu 26-mal wiederverwendet werden und hat eine Lebensdauer von etwa sieben bis acht Jahren.
Erstmals haben sich jedoch Getränkedosen auf den zweiten Platz unter den Verpackungsarten vorgeschoben. Sie erreichen inzwischen einen Anteil von rund 31 Prozent und liegen damit gleichauf mit Bierfässern. Noch 2016 lag ihr Anteil lediglich bei etwa zehn Prozent. Branchenvertreter gehen davon aus, dass Dosen in den kommenden Jahren zur wichtigsten Verpackungsform werden könnten.








