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Prager Eisenbahnbrücke: Renovierung oder Neubau?

Experten-Kolloquium tentiert zu Neubau der Brücke zwischen Podskalí und Smíchov

Foto: Eisenbahnbrücke in Smíchov | Tschechien.News


Ein internationales Experten-Kolloquium zur Zukunft der Eisenbahnbrücke über die Moldau zwischen Podskalí und Smíchov in Prag hat sich mehrheitlich für den Bau einer neuen Brücke ausgesprochen. Laut den Teilnehmern des Kolloquiums wäre eine Reparatur der denkmalgeschützten Brücke zu teuer und ihre Lebensdauer kürzer als die einer neuen Brücke.


Das Kolloquium wurde ins Leben gerufen, um den Zustand und die Zukunft der seit langem maroden Brücke zu beurteilen. Vor einiger Zeit hatte die Eisenbahnbehörde (Správa železnic) ein Projekt vorgestellt, wonach von der Brücke nur der untere Teil mit den Pfeilern erhalten bleiben soll und die jetzige Nietkonstruktion durch eine neue ersetzt werden soll. Verkehrsminister Martin Kupka (ODS) sagte kürzlich, dass bis Ende dieses Jahres über die Zukunft der Brücke entschieden werden soll, berichtet das Nachrichtenportal irozhlas.cz.


Eine Initiative (Klub Za starou Prahu) ist gegen einen Brückenneubau, rund 14.000 Menschen haben bereits eine Online-Petition unterzeichnet, die den Wiederaufbau und Erhalt der Eisenbahnbrücke zwischen Výton und Smíchov in Prag fordert. Weder Prag 5 noch die damalige Stadtverwaltung sind mit dem Vorgehen der Eisenbahnbehörde einverstanden. Der Präsident von ICOMOS (International Council of Monuments and Sites – Internationaler Rat für Denkmalpflege), Václav Girsa, erklärte, dass der Abriss der Eisenbahnbrücke und deren Ersatz durch eine neue inakzeptabel sei und eine internationale Schande wäre.


Laut den Ausführungen der Kolloquiumsteilnehmer sind sie sich über den schlechten Zustand der Brücke mit erheblicher Korrosion einig. Die meisten Teilnehmer sind der Meinung, dass die Instandsetzung der bestehenden Brücke technisch und finanziell anspruchsvoll ist und eine begrenzte Lebensdauer mit hohen Kosten für die weitere Wartung verbunden wäre.

Foto: Správa železnic


Sieben von zehn Kolloquiumsmitgliedern sprachen sich für den Bau einer neuen Brücke aus. Sie empfahlen, die bestehende Struktur wiederzuverwenden, zu versetzen und an einem neuen Ort zu verwenden, beispielsweise als Fußgängerbrücke. Ein kleinerer Teil des Kolloquiums, zwei von zehn, hält den historischen Wert der Brücke für so bedeutend, dass sie geneigt sind, sie zu reparieren.


Die Experten waren sich einig, dass die bisherigen Untersuchungen eine ausreichende Entscheidungsgrundlage für die Zukunft der Brücke darstellen und empfahl dem Ministerium und der Eisenbahnbehörde, das weitere Vorgehen mit der UNESCO zu erörtern.

Foto: Die ursprüngliche Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1872 nach einer Zeichnung von František Chalupa


Die Výton-Eisenbahnbrücke wurde in ihrer ursprünglichen Form am 15. August 1872 in Betrieb genommen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde sie durch eine neue Brücke ersetzt, die bis heute die Moldau überspannt. Die jetzige Brücke besteht aus drei Fachwerkträgern mit einer Spannweite von 69,9 Metern, ist 8,1 Meter breit und 298,4 Meter lang.

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