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Petition für den Erhalt der Prager Eisenbahnbrücke gestartet

Über das Schicksal der Brücke wurde lange diskutiert

Foto: Eisenbahnbrücke in Smíchov | Tschechien.News


Mehr als sechstausend Menschen haben bereits eine Online-Petition unterzeichnet, die den Wiederaufbau und Erhalt der Eisenbahnbrücke zwischen Výton und Smíchov in Prag fordert, das berichtet der Nachrichtensender ČT24. Die Bahnverwaltung (Správa železnic) hat vor einiger Zeit ein Projekt vorgelegt, wonach nur der untere Teil der Brücke mit Pfeilern erhalten und die jetzige Nietkonstruktion durch eine neue ersetzt werden soll. Nach Meinung der Bahnverwaltung kann die bestehende Struktur nicht repariert werden.


Laut Richard Biegl, Mitglied des Petitionsausschusses und Vorsitzender des Klubs für das alte Prag (Klub Za starou Prahu), ist die heutige Form der Brücke historisch und technisch wertvoll. „Es geht nicht darum, den Bahnverkehr zu erschweren, sondern darum, dass die Brücke seit 2018 ein Kulturdenkmal ist“. Er fügte hinzu, dass bei älteren Denkmälern niemand bestreite, dass alles getan werden sollte, um sie zu retten.


Vertreter des Petitionsausschusses haben laut Biegl bereits Gespräche mit Verkehrsminister Martin Kupka und Kulturminister Martin Baxa (beide ODS) geführt. „Der Verkehrsminister hat uns mitgeteilt, dass so etwas wie ein Technik-Kolloquium initiieren wird, um sich den Zustand der Brücke noch einmal anzuschauen“.


Die Eisenbahnverwaltung gab eine Erklärung ab, in der sie ihre Position zum Wiederaufbau der Brücke bekräftigte. „Die Bahnverwaltung (Správa železnic) musste die ursprüngliche Idee aufgeben, die bestehende Stahlkonstruktion für den weiteren vollwertigen Eisenbahnbetrieb zu erhalten. Die Ergebnisse der Gutachten zeigten, dass die bestehende Struktur irreparabel ist und nicht erhalten werden kann“.

Foto: Siegervorschlag des Ingenieurbüros 2T | Správa železnic


Über das Schicksal der Brücke wurde lange diskutiert


In der tschechischen Hauptstadt wird seit langem über das weitere Schicksal der Brücke diskutiert. Für die Beibehaltung der jetzigen Form plädiert seit langem der amtierende Vizebürgermeister von Prag, Adam Scheinherr (Praha Sobě). Er hatte in der Vergangenheit eine Studie erstellen lassen, an der der Schweizer Brückenbauingenieur und Experte für Nietkonstruktionen Eugen Brühwiler mitgearbeitet hat, wonach die Instandsetzung möglich ist. Andererseits hatte das tschechische Klokner-Institut der CVUT (Český Kloknerův ústav ČVUT) zuvor empfohlen, die Brücke durch eine neue zu ersetzen.


Die Bahnverwaltung hat einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnisse im vergangenen November bekannt gegeben wurden. Der Siegervorschlag des Ingenieurbüros 2T sieht vor, das denkmalgeschützte Bauwerk zu entfernen, durch ein neues zu ersetzen und um ein drittes Gleis zu erweitern. Der Wiederaufbau soll laut Bahnverwaltung im Jahr 2026 beginnen und zwanzig Monate dauern.

Die ursprüngliche Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1872 nach einer Zeichnung von František Chalupa


Die Výton-Eisenbahnbrücke wurde in ihrer ursprünglichen Form am 15. August 1872 in Betrieb genommen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde sie durch eine neue Brücke ersetzt, die bis heute die Moldau überspannt. Die jetzige Brücke besteht aus drei Fachwerkträgern mit einer Spannweite von 69,9 Metern, ist 8,1 Meter breit und 298,4 Meter lang.

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