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Prag beschließt Rückkehr des Marschall-Radetzky-Denkmals am Malostranské náměstí

Stadt will Originalstatue aus dem Nationalmuseum zurückholen – Kosten von bis zu 30 Millionen Kronen erwartet

Prag beschließt Rückkehr des Marschall-Radetzky-Denkmals am Malostranské náměstí
Visualisierung: Spolek Radecký Praha

Mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entfernung soll das Denkmal von Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky auf den Kleinseitner Ring in Prag zurückkehren. Das Stadtparlament hat die Wiederaufstellung beschlossen und prüft nun, ob das Original oder eine Nachbildung aufgestellt wird.


Das Prager Stadtparlament hat auf seiner Sitzung am Donnerstag die Rückkehr des Denkmals von Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz auf den Kleinseitner Ring (Malostranské náměstí) beschlossen. Nach Angaben der Stadtverwaltung soll mit der Wiederaufstellung des Denkmals nicht nur ein bedeutendes Kunstwerk in das historische Zentrum der tschechischen Hauptstadt zurückkehren. Die Rückkehr wird auch als Möglichkeit gesehen, an eine wichtige Persönlichkeit der böhmischen Geschichte zu erinnern und die historische Gestalt eines der bedeutendsten öffentlichen Plätze Prags teilweise wiederherzustellen.


Prags Kulturstadtrat Tomáš Slabihoudek bezeichnete die Rückkehr des Denkmals als Wiederherstellung eines wichtigen Teils der historischen Identität der Stadt. Das Denkmal besitze eine außergewöhnliche historische, künstlerische und städtebauliche Bedeutung und gehöre daher in den öffentlichen Raum der Hauptstadt.


Prag beschließt Rückkehr des Marschall-Radetzky-Denkmals am Malostranské náměstí
Foto: Portál hlavního města Prahy

Das Denkmal stand ursprünglich bereits auf dem Kleinseitner Ring. Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 wurde es jedoch als Symbol der Habsburger Monarchie betrachtet und aus dem öffentlichen Raum entfernt. Die Statue wurde damals nicht zerstört, sondern auf Initiative von Vertretern der tschechischen Kultur- und Fachwelt fachgerecht demontiert und im Lapidarium des Nationalmuseums eingelagert.


In den kommenden Monaten soll entschieden werden, ob das Original oder eine originalgetreue Kopie auf den Platz zurückkehrt. Die Stadt bevorzugt derzeit die Rückkehr des Originals, da dies nach eigenen Angaben auch wirtschaftlich günstiger wäre. Hierzu sollen Gespräche mit dem Kulturministerium über eine Übertragung des Kunstwerks in das Eigentum der Stadt oder über eine langfristige Leihgabe geführt werden. Alternativ könnte eine Kopie angefertigt werden, während das Original weiterhin im Lapidarium verbleibt.


Die Kosten für die Wiederherstellung des Denkmals werden derzeit auf 15 bis 30 Millionen Kronen geschätzt. Die genaue Summe hängt unter anderem vom Umfang der Restaurierungsarbeiten, der Rekonstruktion des Sockels sowie der Gestaltung des unmittelbaren Umfelds ab.


Marschall Radetzky (1757–1848) war Feldmarschall, böhmischer Adeliger und der wohl bedeutendste Heerführer Österreichs in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er ist besonders für seine strategischen Erfolge in den Napoleonischen Kriegen bekannt. Seine bedeutende Rolle in der Schlacht bei Custoza im Jahr 1848 trug maßgeblich zur Stabilität und Verteidigung des Habsburgerreiches bei. Die geplante Restaurierung des Denkmals soll diese historische Bedeutung unterstreichen und das kulturelle Erbe Prags bereichern.

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