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Prag 1 will Petrská-Viertel beruhigen: weniger Durchgangsverkehr, mehr Lebensqualität

Das Viertel ist der am dichtesten bewohnte Teil von Prag 1 und dient zugleich häufig als Ausweichroute bei Staus am Moldauufer

Prag 1 will Petrská-Viertel beruhigen: weniger Durchgangsverkehr, mehr Lebensqualität
Foto: Petrské náměstí | Wikipedie

Der Stadtbezirk Prag 1 plant eine umfassende Verkehrsberuhigung im Petrská-Viertel. Durch die Einschränkung des Durchgangsverkehrs soll die Belastung für Anwohner sinken und die Lebensqualität im dicht besiedelten Quartier spürbar verbessert werden.


Konkret ist eine ganztägige Verkehrsberuhigung im gesamten Petrská čtvrť (Petrus-Viertel) vorgesehen. Ziel der Maßnahme ist es, den seit Jahren belastenden Durchgangsverkehr deutlich zu reduzieren. Das Vorhaben knüpft an das nächtliche Einfahrtsverbot für weite Teile des Zentrums von Prag 1 an, das seit Sommer 2024 im Gebiet zwischen Revoluční-, Celetná- und Pařížská-Straße sowie dem Moldauufer gilt und sich laut Stadtverwaltung bewährt hat.


Auslöser für die geplante Ausweitung auf das Petrská čtvrť waren wiederholte Gespräche des für Verkehr zuständigen Stadtrats von Prag 1, Vojtěch Ryvola, mit Anwohnern, fachliche Diskussionen sowie mehrere Verkehrsuntersuchungen.


Das Petrus-Viertel ist der am dichtesten bewohnte Teil von Prag 1 und wird zugleich häufig als Ausweichroute bei Staus am Moldauufer genutzt. Verkehrszählungen hätten gezeigt, dass bis zu zwei Drittel der Fahrzeuge, die das Viertel passieren, dort kein Ziel haben. Genau auf diesen reinen Durchgangsverkehr zielt das neue Konzept ab.


Künftig sollen an allen Zufahrten Verkehrszeichen „Einfahrt für Kraftfahrzeuge verboten“ mit dem Zusatz „Anlieger frei“ angebracht werden. Ungehindert einfahren dürfen weiterhin Anwohner, deren Besucher, Lieferverkehr, Service- und Handwerksbetriebe, Taxis mit konkretem Fahrauftrag sowie Gäste von Beherbergungsbetrieben. Betroffen sind hingegen Fahrer, die das Viertel lediglich als Abkürzung nutzen.


Anwohner Zufahrten bleiben uneingeschränkt möglich


Für die Bewohner ändere sich im Alltag nichts, betont Ryvola. Wer einen legitimen Grund habe, ins Petrská čtvrť zu fahren, könne dies auch weiterhin tun. Einschränkungen beträfen ausschließlich den Durchgangsverkehr.


Ein weiterer Effekt der Maßnahme: Das Viertel soll aus Navigationssystemen als empfohlene Durchfahrtsstrecke verschwinden. Ein Einfahrtsverbot wirke nicht nur faktisch, sondern auch psychologisch – Navigationsapps würden Autofahrer dann nicht mehr durch ein Wohngebiet leiten, nur um eine minimale Zeitersparnis zu erzielen.


Die Verkehrsberuhigung ist zugleich eine Voraussetzung des Prager Verkehrsbetriebs für die Erteilung der Baugenehmigung zur geplanten Umgestaltung der Straßen Na Poříčí und Revoluční. Damit soll langfristig der Weg für zwei moderne städtische Hauptachsen geebnet werden.


Derzeit läuft noch die Frist für Stellungnahmen zu dem Vorhaben, die in der ersten Februarwoche endet. Anschließend sollen die Hinweise ausgewertet und die neue Beschilderung installiert werden.

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