Neuer Metropolitplan soll Prags Wachstum für Jahrzehnte prägen: Bis zu 350.000 neue Wohnungen
- Tschechien News
- vor 55 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Mit dem neuen Metropolitplan will Prag die Voraussetzungen für ein deutlich intensiveres Wachstum der Stadt schaffen

Prag steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Der neue Metropolitplan soll den Bau von bis zu 350.000 Wohnungen ermöglichen, wichtige Infrastrukturprojekte beschleunigen und gleichzeitig Grünflächen sowie historische Stadtbereiche schützen.
Der neue Metropolitplan für Prag hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Der Prager Stadtrat billigte am Mittwoch die finale Fassung des langfristigen Entwicklungsplans der tschechischen Hauptstadt. Die endgültige Entscheidung fällt nun Ende Mai im Stadtparlament. Sollte der Plan verabschiedet werden, könnte er bereits ab September 2026 in Kraft treten.
Mit dem neuen Metropolitplan will Prag die Voraussetzungen für ein deutlich intensiveres Wachstum der Stadt schaffen. Nach Angaben der Verantwortlichen ermöglicht der Plan den Bau von bis zu 350.000 neuen Wohnungen, vor allem auf ehemaligen Industrie- und Brachflächen. Gleichzeitig sollen mehr als 700 charakteristische Stadtgebiete, Grünflächen innerhalb und außerhalb der Stadt sowie das historische Zentrum geschützt werden.
Der Plan enthält zudem zahlreiche bedeutende Infrastrukturprojekte. Dazu zählen unter anderem neue Straßenbahnstrecken, der Ausbau des Prager Rings sowie die geplante Hochgeschwindigkeitsbahn. Ebenfalls festgeschrieben sind Vereinbarungen mit dem Staat über zentrale Verkehrsprojekte, kritische Infrastruktur und Denkmalschutz.

„Die Stadtregierung empfiehlt dem Stadtparlament eindeutig die Annahme des neuen Flächennutzungsplans. Seine Verabschiedung wird ein Schlüsselmoment für Prag sein“, erklärte Prags Vizebürgermeister für Stadtentwicklung, Petr Hlaváček. Nach seinen Worten sei es gelungen, unterschiedliche öffentliche Interessen weitgehend auszubalancieren. Gleichzeitig schaffe der Plan Potenzial für mehr Wohnraum, sichere jedoch auch öffentliche Infrastruktur und zusätzlichen Schutz von Grünflächen wie dem „grünen Gürtel“ rund um Prag.
Metropolitplan: Jahrelange Debatte vor entscheidender Abstimmung
Die Diskussion über den Metropolitplan zieht sich bereits seit Jahren hin. Seit Beginn der Vorbereitungen im Jahr 2013 gingen zehntausende Einwände und Stellungnahmen ein. Allein im ersten Beteiligungsverfahren 2018 registrierte die Stadt rund 45.000 Anmerkungen, später folgten weitere zehntausende Stellungnahmen in den Jahren 2022 und 2025.
Laut dem Prager Magistrat konnten rund 70 Prozent der konkreten Forderungen der Stadtbezirke berücksichtigt werden. Die Änderungen nach der letzten öffentlichen Anhörung im Herbst 2025 gelten jedoch nicht als so wesentlich, dass ein weiteres Beteiligungsverfahren notwendig wäre.
„Das Magistrat habe jede einzelne Stellungnahme individuell geprüft und entsprechend dem Baugesetz bewertet“, erklärte die Stadtverwaltung. Viele Forderungen hätten sich allerdings gegenseitig widersprochen oder seien gesetzlich nicht umsetzbar gewesen. Gleichzeitig habe die Zahl der positiven Stellungnahmen zuletzt deutlich zugenommen.
Der Metropolitplan wird vom Institut plánování a rozvoje hl. m. Prahy (IPR) ausgearbeitet und gilt als eines der wichtigsten strategischen Dokumente für die zukünftige Entwicklung der tschechischen Hauptstadt.
Über die endgültige Verabschiedung stimmt das Prager Stadtparlament am 28. Mai 2026 ab. Sollte der Plan angenommen werden, tritt er voraussichtlich am 1. September 2026 in Kraft.





