Neue Umfrage: Präsidentenamt in Tschechien gewinnt an Bedeutung – Pavel aktuell klar vorn
- Tschechien News

- 15. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Obwohl die nächste Direktwahl eines Präsidenten in Tschechien erst 2028 ansteht, hat die Debatte über Pavels erneute Kandidatur bereits begonnen

Die Bedeutung des Präsidentenamts wird in Tschechien derzeit höher eingeschätzt als noch vor wenigen Monaten. Eine neue Umfrage zeigt, dass Amtsinhaber Petr Pavel bei einer möglichen erneuten Kandidatur klar vorn liegt. Zugleich bleibt die Mehrheit skeptisch gegenüber einer Ausweitung der präsidialen Befugnisse.
Der Stellenwert des Präsidentenamts wird in Tschechien derzeit höher eingeschätzt als noch vor einem halben Jahr. Zwar sehen die meisten Menschen keinen Anlass, die verfassungsmäßigen Befugnisse des Präsidenten auszuweiten: Im Fall einer erneuten Kandidatur gilt Amtsinhaber Petr Pavel aktuell als klarer Favorit. Ernsthafte Konkurrenz ist bislang nicht in Sicht. Das zeigt eine neue Umfrage der Marktforschungsagentur STEM/MARK, die nach den Parlamentswahlen durchgeführt wurde.
Höherer Stellenwert des Präsidentenamts – aber keine Zustimmung zu mehr Befugnissen
Rund jeder siebte befragte Wahlberechtigte in Tschechien gibt an, die Kompetenzen des Staatsoberhaupts sehr gut zu kennen. Etwa drei Viertel der Bevölkerung betrachten das Amt inzwischen als bedeutend. Gerade jetzt, nach den letzten Parlamentswahlen, wird vielen bewusst, welche Rolle der Präsident bei der Regierungsbildung spielt. Gleichzeitig spricht sich aber die Mehrheit dagegen aus, den Einfluss des Präsidenten zu erweitern. 39 Prozent wären für eine stärkere Rolle. Umgekehrt stuft rund ein Fünftel das Amt als eher unwichtig ein – häufig ältere oder politisch weniger aktive Menschen.
Obwohl die nächste Direktwahl des Präsidenten erst 2028 ansteht, hat die Debatte über eine mögliche zweite Kandidatur Pavels und potenzielle Herausforderer bereits begonnen.
Was ein künftiger Präsident mitbringen sollte
Beim Profil des Staatsoberhaupts ergibt sich ein vielfältiges Bild. Gefordert werden politische Erfahrung und zugleich parteipolitische Unabhängigkeit. Die Erwartungen unterscheiden sich spürbar nach Altersgruppen: Jüngere Befragte bevorzugen häufiger Pädagogen, Offiziere oder zivilgesellschaftliche Aktivisten; Ältere tendieren eher zu Diplomaten, Ökonomen oder Managern.
Bei den Charaktereigenschaften wünschen sich viele einen entschlossenen, extrovertierten Präsidenten. Der Wunsch nach einem jüngeren Mann bleibt zwar bestehen, doch auch eine Präsidentin wird zunehmend positiv gesehen. Insgesamt ist die Offenheit für eine Frau an der Staatsspitze seit 2019 gestiegen – ein möglicher Hinweis auf wachsende Chancen einer geeigneten Kandidatin. Eine glaubwürdige weibliche Persönlichkeit könnte zudem politisch weniger aktive Bürger mobilisieren.
Petr Pavel klar vorn – Zwei Drittel haben noch keinen Favoriten
Gefragt nach einem möglichen Präsidenten im Wahljahr 2028 konnten 32 Prozent der Befragten spontan einen Namen nennen. Am häufigsten fiel dabei Petr Pavel, gefolgt – mit deutlichem Abstand – von Andrej Babiš und Karel Havlíček. Zwei Drittel der Befragten haben dagegen derzeit noch keinen Favoriten. Die Forscher weisen aber auch darauf hin, dass sich Präferenzen mit Blick auf den Wahltermin verändern können und neue Kandidaten hinzukommen dürften. Ob Petr Pavel bei der Präsidentenwahl 2028 erneut kandidieren wird, ist derzeit noch nicht bekannt.







