Neue EU-Zölle auf Billigimporte: Tschechien erhebt 117 Millionen Kronen in den ersten zwei Wochen
- Tschechien News

- vor 1 Stunde
- 2 Min. Lesezeit
Neue EU-Abgabe auf Kleinsendungen soll den Wettbewerb fairer machen und die Flut günstiger Importe eindämmen

Die Europäische Union hat neue Zölle auf günstige Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten eingeführt. Bereits in den ersten beiden Wochen wurden in Tschechien fast 117 Millionen Kronen an Abgaben auf rund 470.000 Pakete erhoben.
Die tschechische Zollverwaltung hat in den ersten beiden Wochen nach Einführung der neuen EU-Zollabgabe fast 470.000 Paketsendungen mit einem Warenwert unter 150 EUR aus Nicht-EU-Staaten registriert. Auf die Sendungen wurden Zölle in Höhe von knapp 117 Millionen Kronen erhoben.
Wie die Generalzolldirektion mitteilte, wurden zwischen dem 1. und 14. Juli 2026 insgesamt 467.258 Zollanmeldungen für E-Commerce-Sendungen mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro erfasst. Auf diese Sendungen entfielen Zölle in Höhe von insgesamt 116.733.375 Kronen.
Nach Angaben der Generalzolldirektion gegenüber dem Nachrichtensender ČT24 verbleibt ein Viertel der Einnahmen als Ausgleich für den Verwaltungsaufwand in Tschechien. Die restlichen 75 Prozent fließen in den Haushalt der Europäischen Union.
Die neue Regelung gilt für alle Pakete mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro, die aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführt werden. Die Höhe des Zolls richtet sich nicht nach der Anzahl der Produkte, sondern nach der Zahl der unterschiedlichen Warenkategorien innerhalb einer Sendung.
Für jede Warenkategorie fällt derzeit eine Gebühr von drei Euro – umgerechnet rund 75 Kronen – an. Bestellt ein Kunde beispielsweise vier T-Shirts, wird nur eine Warenkategorie berechnet. Enthält die Sendung zusätzlich eine Handyhülle, gelten bereits zwei Kategorien, wodurch sich der Zoll auf sechs Euro erhöht – unabhängig vom Wert der Handyhülle.
Vorläufige Regelung gilt für zwei Jahre
Die Europäische Union hat die neue Zollabgabe zum 1. Juli zunächst befristet auf zwei Jahre eingeführt. Betroffen sind Sendungen aus allen Nicht-EU-Staaten, darunter fallen auch die USA und die Schweiz. In erster Linie zielt die Maßnahme jedoch auf Pakete chinesischer Online-Händler wie Shein, Temu oder AliExpress ab.
Mit der neuen Regelung will die EU gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen, die Kontrolle importierter Waren verbessern und die stark gestiegene Zahl günstiger Kleinsendungen verringern. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden im vergangenen Jahr rund 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert unter 150 EUR in die Europäische Union eingeführt – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Rund 90 Prozent dieser Sendungen stammten aus China.








