Prag 6 fordert vollständiges Verbot von Nachtflügen ab 2032
- Tschechien News

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Die Zahl der nächtlichen Starts und Landungen am Flughafen Prag soll ab 2027 schrittweise sinken

Der Prager Stadtbezirk Prag 6 fordert ein vollständiges Verbot von Nachtflügen am Václav-Havel-Flughafen. Spätestens ab dem Jahr 2032 sollen zwischen Mitternacht und 5:30 Uhr keine regulären Starts und Landungen mehr stattfinden.
Der Rat des Stadtbezirks Praha 6 hat sich gegen die vom Flughafen Prag im März vorgestellten Pläne für den künftigen Nachtflugbetrieb ausgesprochen. Zwar begrüße die Bezirksverwaltung die Bemühungen des Flughafens um mehr Nachhaltigkeit, die angekündigten Maßnahmen und der derzeitige Grenzwert von 48 nächtlichen Flugbewegungen reichten jedoch nicht aus, um die Gesundheit und Nachtruhe der Anwohner angemessen zu schützen.
Ziel von Prag 6 sei deshalb die vollständige Abschaffung regulärer Nachtflüge zwischen 00:00 und 5:30 Uhr bis spätestens 2032. Ausnahmen soll es lediglich für außergewöhnliche Ereignisse und Notfälle geben.
Nach den Vorstellungen des Stadtbezirks soll die Zahl der Nachtflüge ab 2027 jährlich um mindestens 20 Prozent reduziert werden. Die schrittweise Verringerung soll schließlich in ein vollständiges Verbot münden.

Die Bezirksverwaltung räumt ein, dass die Regulierung des Luftraums und des Betriebs eines internationalen Flughafens nicht durch eine einseitige Entscheidung erfolgen könne. Notwendig sei eine enge Zusammenarbeit mehrerer staatlicher und privater Institutionen.
Prag 6 fordert deshalb neben dem Flughafen Prag auch die tschechische Flugsicherung, die nationale Slot-Koordination sowie das Finanz- und das Verkehrsministerium zu gemeinsamen Verhandlungen auf. Zu diesem Zweck soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller beteiligten Institutionen eingerichtet werden.
„Unser eindeutiges und langfristiges Ziel ist es, den Bürgern von Prag 6 einen ruhigen und ungestörten Schlaf zu ermöglichen. Dieser ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität in unserem Stadtbezirk“, erklärte der Bürgermeister von Prag 6, Jakub Stárek.
Das angestrebte Flugverbot zwischen Mitternacht und 5:30 Uhr habe für die Bezirksverwaltung höchste Priorität. Gleichzeitig sei klar, dass ein solch weitreichender Schritt nur durch konstruktive Gespräche und eine enge Abstimmung erreicht werden könne.
„Der Flughafen ist ein wichtiger Bestandteil der nationalen Infrastruktur. Deshalb werden wir aktiv mit allen Partnern verhandeln – von den Ministerien bis zur Flugsicherung“, so Stárek. Ziel sei eine Lösung, die sowohl eine nachhaltige Entwicklung der Region als auch die Interessen der dort lebenden Menschen berücksichtige.
Auch der für Verkehr zuständige Bezirksrat Ondřej Matěj Hrubeš begrüßte die bisherigen Maßnahmen des Flughafens zur Verringerung der Umwelt- und Lärmbelastung. Die derzeitige Situation und das vorgeschlagene Zukunftsmodell stellten jedoch noch keine vollständige Lösung dar.








