Mehr Teilzeitjobs in Tschechien – dennoch deutlich unter EU-Durchschnitt
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Teilzeitjobs werden in Tschechien überwiegend von Frauen genutzt

Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Tschechien wächst. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt bleibt diese Form der Beschäftigung jedoch weiterhin deutlich weniger verbreitet.
Immer mehr Menschen in Tschechien arbeiten in Teilzeit. Dennoch liegt der Anteil solcher Arbeitsverhältnisse weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Das zeigen aktuelle Daten des Tschechischen Statistikamts (ČSÚ) und von Eurostat.
Ende vergangenen Jahres arbeiteten rund 514.200 Menschen in der Tschechischen Republik in einem Teilzeitverhältnis im Rahmen eines regulären Arbeitsvertrags. Das sind fast 30.000 mehr als im Jahr 2024 und rund 70.000 mehr als 2023. Insgesamt entspricht dies knapp zehn Prozent aller Beschäftigten.
Im europäischen Vergleich bleibt der Anteil jedoch niedrig: Laut den neuesten verfügbaren Daten lag der durchschnittliche Anteil von Teilzeitbeschäftigten in der Europäischen Union im Jahr 2024 bei 17,1 Prozent.
Wie der Nachrichtensender ČT24 berichtet, bleibt trotz der steigenden Zahlen Teilzeitarbeit auf dem tschechischen Arbeitsmarkt vergleichsweise selten. Ein Grund dafür ist die weit verbreitete Nutzung anderer Beschäftigungsformen, etwa kurzfristiger Arbeitsvereinbarungen wie die sogenannten DPP (Dohoda o provedení práce) oder DPČ Verträge (Dohoda o pracovní činnosti). Diese sind für Arbeitgeber häufig attraktiver. Während für Teilzeitbeschäftigte Sozialabgaben anfallen – wenn auch reduziert –, müssen Unternehmen bei vielen dieser kurzfristigen Verträge keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen.
Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot
Teilzeitjobs werden in Tschechien überwiegend von Frauen genutzt. Laut Daten des Statistikamts stellen sie mehr als 70 Prozent der Teilzeitbeschäftigten. Besonders verbreitet ist dieses Arbeitsmodell bei Frauen im Alter zwischen 30 und 44 Jahren, die Beruf und Kinderbetreuung miteinander vereinbaren möchten.
Viele Eltern weichen mangels Teilzeitangeboten auf andere Erwerbsformen aus. Ein Teil von ihnen entscheidet sich etwa für eine selbstständige Tätigkeit, weil sich passende Arbeitsbedingungen bei einem Arbeitgeber nur schwer finden lassen. Ähnliche Herausforderungen betreffen auch Studierende und ältere Arbeitnehmer. Experten sehen daher in einer stärkeren Verbreitung von Teilzeitstellen einen wichtigen Ansatz, um künftig mehr Menschen – auch im Rentenalter – im Arbeitsmarkt zu halten.





