Tschechische Regierung unterstützt Bewerbung für europäische AI Gigafactory
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Das Projekt könnte die digitale Souveränität stärken und Tschechien als Standort für künstliche Intelligenz in Mittel- und Osteuropa positionieren

Die tschechische Regierung hat die Teilnahme des Landes an einer europäischen Ausschreibung für den Bau einer sogenannten AI Gigafactory unterstützt. Das Projekt könnte Tschechien Zugang zu leistungsstarker Recheninfrastruktur für die Entwicklung und den Betrieb moderner KI-Systeme verschaffen.
Das Industrieministerium kann nun im Namen der Tschechischen Republik eine Vereinbarung über die gemeinsame öffentliche Beschaffung mit dem EuroHPC Joint Undertaking abschließen. Damit erhalten tschechische private Unternehmen die Möglichkeit, sich an der europäischen Ausschreibung zu beteiligen. Das Ergebnis wird Ende 2026 erwartet.
Die AI Gigafactory ist Teil des europäischen Rahmens „AI Continent“. Ziel ist es, Europa eigene Kapazitäten für die Entwicklung, das Training und den Betrieb fortschrittlicher Systeme künstlicher Intelligenz zu sichern. Sollte ein tschechisches Projekt erfolgreich sein, könnte in Tschechien eine spezialisierte Recheninfrastruktur mit Zehntausenden AI-Beschleunigern entstehen.
Diese Infrastruktur soll Rechenleistung unter anderem für den öffentlichen Sektor, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Start-ups und Technologieunternehmen bereitstellen.
„Mit der Entscheidung geben wir grünes Licht dafür, dass sich tschechische private Unternehmen an der europäischen Ausschreibung für eine AI Gigafactory beteiligen können. Es handelt sich noch nicht um eine endgültige Entscheidung, dass diese Infrastruktur in Tschechien entsteht, aber um einen wichtigen Schritt, damit die Tschechische Republik die Chance hat, bei einer der bedeutendsten europäischen Investitionen in künstliche Intelligenz dabei zu sein“, sagte Industrieminister Karel Havlíček.
Finanziert und umgesetzt werden soll das Projekt von einem privaten Investor. Dieser würde auch die finanziellen Risiken tragen sowie Eigentümer und Betreiber der Infrastruktur sein. Die Rolle des Staates besteht in der Unterstützung des Vorhabens und in der Zusage, im Erfolgsfall einen Teil der Rechenkapazität zu nutzen.
Für die erste Phase ist ein Beitrag der Tschechischen Republik in Höhe von 2,5 Milliarden Kronen vorgesehen. Dieser Betrag soll vollständig durch eine gleich hohe Förderung der Europäischen Union ergänzt werden. Die Zahlungen sollen schrittweise zwischen 2028 und 2032 erfolgen und sich nach der tatsächlich genutzten Rechenleistung richten.
Nach Angaben des Ministeriums würde das Modell Tschechien Zugang zu moderner Rechenleistung zu deutlich günstigeren Bedingungen ermöglichen, als wenn der Staat eine solche Kapazität allein beschaffen würde. Zusätzliche Belastungen für den Staatshaushalt sollen dadurch nicht entstehen, da bestehende Ausgaben für Cloud- und Rechendienste effizienter gebündelt werden sollen.
Falls ein Projekt auf tschechischem Gebiet ausgewählt wird, soll ein detaillierter Nutzungsplan erarbeitet werden. Die Kapazität könnte unter anderem für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, die sichere Verarbeitung sensibler Daten, wissenschaftliche Forschung, die Unterstützung von Technologieunternehmen und Start-ups sowie weitere strategische Aufgaben genutzt werden.
Das Projekt hat auch eine internationale Dimension. Tschechien führt Gespräche über eine Zusammenarbeit mit weiteren Ländern, darunter die Slowakei und Kroatien. Ziel ist es, die Position des Landes als Zentrum für künstliche Intelligenz in Mittel- und Osteuropa zu stärken und Tschechien für strategische Technologieinvestitionen attraktiver zu machen.
Die Ausschreibung des EuroHPC Joint Undertaking soll im Juli 2026 veröffentlicht werden. Innerhalb der Europäischen Union sollen bis zu sieben Konsortien ausgewählt werden, die am Aufbau einer neuen Generation europäischer KI-Infrastruktur beteiligt sein sollen.





