In Prag stehen fast 100.000 Wohnungen leer

In der Tschechischen Republik verzeichnen die Statistiker insgesamt 859.894 unbewohnte Wohnungen

Foto: Flora Hon | Unsplash


Die einen halten ihre Wohnung für den eigenen Nachwuchs frei, anderen planen Renovierungsarbeiten, oder setzen einfach auf den Wertzuwachs Ihrer Immobilien. Viele Eigentümer bieten Ihre Wohnung zur Kurzzeitvermietung auf Plattformen wie Airbnb an, was die Prager Stadtverwaltung schon seit längerem erfolglos versucht zu beschränken. Aus welchen Gründen auch immer, in der tschechischen Hauptstadt gibt es Zehntausende leerstehender Wohnungen.


Im vergangenen Jahr waren es in der tschechischen Hauptstadt 93.627, was 13 Prozent der insgesamt 721.332 Wohnungen entspricht. Diese Zahlen basieren auf Daten der Wohnungszählung 2021, die vom tschechischen Statistikamt (CSU) veröffentlicht wurden.


In der Tschechischen Republik verzeichnen die Statistiker insgesamt 859.894 unbewohnte Wohnungen, bewohnt dagegen sind 4.480.139.


Die meisten unbewohnten Wohnungen, 120.215, gibt es in der Region Mittelböhmen. Die Gründe für das Halten einer unbewohnten Wohnung können unterschiedlich sein.


Einen soliden und regelmäßig zahlenden Mieter zu finden, ist oft nicht einfach. Das Gesetz schützt den Mieter, und unseriöse Mieter loszuwerden kann mitunter schwierig sein und einige Monate dauern.


Viele Mieter zerstören die Wohnung während ihrer Nutzung, sodass selbst die höchstmögliche Kaution von drei Monatsmieten nicht ausreichen kann, um alle Schäden zu decken.


Viele Wohnungseigentümer begnügen sich daher mit der Wertsteigerung Ihrer Immobilien. Der Wertzuwachs übersteigt langfristig die Inflationsrate und gilt daher als sicher Wertanlage.


Dies gilt auch jetzt, in einer Zeit hoher Inflation, von bereits über 17 Prozent. Preise für Wohnungen in Prag sind im Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 22 Prozent gestiegen.


Mit steigenden Preisen für neue Wohnungen steigen auch die Mieten. In Prag stiegen die Mieten in den ersten Wochen nach der russischen Invasion in der Ukraine um bis zu 15 Prozent und ein weiterer Anstieg ist zu erwarten.


Die Frage ist, ob die immer höheren Mieten Eigentümer leerstehender Wohnungen dazu bewegen werden, diese zu vermieten und damit ihre Immobilienrenditen zu steigern. Die seit langem sehr schlechte Situation bei der Bezahlbarkeit von Wohnraum in Prag könnte sich damit zumindest etwas verbessern.

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