Gefahr durch Zecken: Zahl der Borreliose-Fälle in Tschechien steigt deutlich
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Neue Meldeverfahren und eine längere Zeckensaison sorgen für einen starken Anstieg der registrierten Erkrankungen

Immer mehr Borreliose-Fälle werden in Tschechien registriert. Experten führen den deutlichen Anstieg vor allem auf ein neues Meldesystem sowie eine immer längere Zeckensaison zurück.
In Tschechien ist die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle deutlich gestiegen. Das Staatliche Gesundheitsinstitut (SZÚ) registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 5.320 Erkrankungen – rund 4.000 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als Hauptgründe für den Anstieg gelten ein neues Verfahren zur Erfassung der Fälle sowie die zunehmend längere Zeckensaison, berichtet der Nachrichtensender ČT24.
Im gesamten Jahr 2025 wurden nach Angaben des Gesundheitsinstituts mehr als 11.000 Borreliose-Fälle registriert. Bis Ende Juni dieses Jahres waren es bereits 5.320. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden lediglich etwas mehr als 1.300 Fälle gemeldet, 2024 waren es rund 1.200.
Der deutliche statistische Anstieg ist vor allem auf eine Änderung des Meldesystems zurückzuführen. Die Borreliose wurde im vergangenen Jahr in das tschechische Frühwarnsystem aufgenommen. Seit Juli 2025 melden Haus- und Kinderärzte entsprechende Diagnosen automatisch.
Die Meldung kann beispielsweise auf Grundlage der typischen ringförmigen Hautrötung erfolgen, die nach einem Zeckenbiss auftreten kann. Das vorherige Verfahren war deutlich komplizierter und führte nach Einschätzung des Gesundheitsinstituts dazu, dass zahlreiche Erkrankungen nicht erfasst wurden.
Neben dem neuen Meldesystem spielt jedoch auch die gestiegene Aktivität der Zecken eine Rolle. Die Zeckensaison beginnt inzwischen sehr früh im Frühjahr und reicht bis weit in den Herbst hinein.
Borreliose-Risiko in Tschechien höher als im EU-Durchschnitt
Tschechien zählt zu den Ländern, in denen Borreliose dauerhaft verbreitet ist. Im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union liegt die Zahl der Erkrankungen über dem Durchschnitt. Besonders hoch ist das Infektionsrisiko in Städten. Untersuchungen zufolge tragen dort zwischen 25 und 30 Prozent der Zecken Borreliose-Erreger in sich. In Wäldern liegt der Anteil landesweit dagegen bei rund zehn Prozent.
Trotz des höheren Borreliose-Risikos in städtischen Grünanlagen verzichten viele Menschen dort auf Schutzmaßnahmen. Während bei einem Ausflug in den Wald häufig feste Kleidung und Zeckenschutzmittel verwendet werden, wird das Risiko bei Spaziergängen im Park oder beim Ausführen des Hundes oft unterschätzt.
Das Gesundheitsinstitut empfiehlt deshalb, auch in Städten Repellent zu verwenden und den Körper nach jedem Aufenthalt in Grünanlagen gründlich auf Zecken zu untersuchen. Die aktuelle Entwicklung wird von Experten ganzjährig überwacht. Aktuelle Risiko-Prognosen veröffentlicht der ČHMÚ regelmäßig online sowie über Warn-Apps wie „Klíšťapka“ (Android). Weitere Informationen zur Zeckenaktivität in Tschechien finden Sie unter www.kliste.cz.








