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Fast jedes elfte Neugeborene in Tschechien hat eine ausländische Staatsangehörigkeit

vor 38 Minuten
2 Min. Lesezeit

In Prag besitzt fast jedes vierte neugeborene Kind eine ausländische Staatsangehörigkeit – besonders stark ist der Anteil ukrainischer Kinder gestiegen

Foto: Fe Ngo | Unsplash
Foto: Fe Ngo | Unsplash

Der Anteil der Neugeborenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit hat sich in Tschechien innerhalb von zehn Jahren nahezu verdreifacht. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Prag, wo inzwischen fast ein Viertel aller Neugeborenen eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt.


In Tschechien hatte im vergangenen Jahr etwa jedes elfte neugeborene Kind eine ausländische Staatsangehörigkeit. Vor zehn Jahren war es noch jedes dreißigste. Insgesamt kamen 2025 rund 7.249 Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit zur Welt. Das geht aus aktuellen Daten des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) hervor.


Gleichzeitig sinkt die Zahl der Geburten seit mehreren Jahren. Im Jahr 2025 wurden landesweit nur noch rund 77.600 Kinder geboren – so wenige wie seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen im Jahr 1785 nicht mehr. Demografen rechnen mit einem weiteren Rückgang. Ein wesentlicher Grund sind die geburtenschwachen Jahrgänge, die derzeit das typische Alter für eine Familiengründung erreichen.


Anteil ausländischer Neugeborener nahezu verdreifacht


Während 2016 noch 3.709 Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Tschechien geboren wurden, waren es 2025 bereits 7.249. Damit hat sich ihre Zahl innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt.


Da gleichzeitig die Gesamtzahl der Geburten zurückging, stieg ihr Anteil deutlich stärker: von 3,3 Prozent im Jahr 2016 auf 9,3 Prozent im vergangenen Jahr.


Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Prag. Dort besaßen 2025 rund 23 Prozent aller Neugeborenen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Zehn Jahre zuvor waren es noch elf Prozent. Damit war im vergangenen Jahr fast jedes vierte in Prag geborene Kind ausländischer Staatsangehörigkeit, 2016 war es etwa jedes neunte.


Ukrainische Kinder bilden die größte Gruppe


Die größte Gruppe unter den Neugeborenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bildeten 2025 Kinder mit ukrainischem Pass. Insgesamt wurden 4.211 ukrainische Kinder in Tschechien geboren. Das entspricht rund drei Fünfteln aller Neugeborenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Es folgten 804 Kinder mit slowakischer und 636 mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit.


Besonders stark nahm die Zahl ukrainischer Neugeborener nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 zu. Bis 2021 machten ukrainische Kinder rund ein Viertel der Neugeborenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit aus. Seit 2022 ist ihr Anteil deutlich gestiegen und liegt seit drei Jahren bei etwa 58 Prozent.


Die stärksten Zuwächse registrierten die Statistiker zwischen 2022 und 2023 sowie im Jahr 2024. Hintergrund ist insbesondere die Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge in Tschechien.


Fast 13 Prozent aller Neugeborenen haben familiäre Wurzeln im Ausland


Die Zahl der Kinder mit familiären Verbindungen ins Ausland liegt noch höher, als die Staatsangehörigkeit allein vermuten lässt. Nach Angaben des Tschechischen Statistikamtes hatten 2025 fast 13 Prozent aller in Tschechien geborenen Kinder mindestens einen Elternteil aus dem Ausland. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dieser Anteil etwa verdoppelt.

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