Zahl der Neugeborenen in Tschechien erreicht historischen Tiefstand
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Experten sehen eine tiefgreifende Veränderung der demografischen Struktur sowie verändertes Familienverhalten als zentrale Gründe

Immer weniger Kinder werden in Tschechien geboren: 2025 markiert einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig bekommen Frauen später ihr erstes Kind, während die Geburtenrate weiter zurückgeht.
Die Zahl der Geburten in Tschechien ist im Jahr 2025 auf ein historisches Minimum gesunken. Insgesamt wurden 77.600 Kinder geboren – so wenige wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1785. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Geburten in allen Regionen des Landes zurück. Das geht aus aktuellen Daten des Tschechischen Statistikamtes hervor.
Auch die Geburtenrate setzte ihren Abwärtstrend fort: Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau sank auf 1,28. Gleichzeitig steigt das Alter der Mütter weiter an – Frauen waren bei der Geburt ihres ersten Kindes im Schnitt 29,2 Jahre alt.
Der Rückgang der Geburten hält bereits das vierte Jahr in Folge an. Allein im Vergleich zu 2024 verringerte sich die Zahl um acht Prozent beziehungsweise rund 6.700 Kinder. Besonders deutlich wird die Entwicklung im längerfristigen Vergleich: Gegenüber 2021, als noch 111.800 Kinder geboren wurden, entspricht dies einem Rückgang von rund 31 Prozent.
Parallel dazu ist auch die Fruchtbarkeit der Frauen gesunken. Innerhalb von vier Jahren fiel die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau von 1,83 auf 1,28. Ein vergleichbares Niveau wurde zuletzt im Jahr 2005 erreicht. In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren lag die Geburtenrate sogar noch niedriger – mit einem historischen Tiefstand von 1,13 im Jahr 1999.
Nach Einschätzung von Demografen spielt neben der sinkenden Geburtenziffer auch die Altersstruktur der Frauen eine Rolle. So gehören viele der heutigen potenziellen Mütter geburtenschwächeren Jahrgängen an, die in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren zur Welt kamen.
Der Rückgang der Geburtenrate zeigt sich in allen Regionen des Landes, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Die niedrigsten Werte wurden 2025 in Prag und im Karlsbader Bezirk gemessen, wo die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau unter 1,2 lag. Die höchsten Werte verzeichnete dagegen die Region Vysočina mit leicht über 1,4 Kindern je Frau.
Besonders stark ging die Geburtenrate bei jüngeren Frauen zurück. Im Vergleich zu 2021 sank sie bei den 20- bis 24-Jährigen um 38 Prozent, bei den unter 19-Jährigen um 34 Prozent. Aber auch in den Altersgruppen, in denen Frauen am häufigsten Kinder bekommen, war ein deutlicher Rückgang zu beobachten: Bei den 25- bis 39-Jährigen lag das Minus bei rund 30 Prozent.
Das durchschnittliche Alter der Mütter stieg 2025 weiter an und lag bei 30,6 Jahren, bei Erstgeburten bei knapp 29,2 Jahren. Sollte die aktuelle Geburtenrate langfristig auf diesem Niveau bleiben, könnte der Anteil kinderloser Frauen auf bis zu 38 Prozent steigen.








