ČEZ nimmt längeren Betrieb von Dukovany ins Visier – Fokus auf Versorgungssicherheit und Modernisierung
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Der mögliche längere Betrieb steht laut Unternehmen nicht im Widerspruch zu geplanten Neubauprojekten, darunter zusätzliche Reaktoren in Dukovany sowie kleine modulare Reaktoren

ČEZ bereitet einen möglichen Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Dukovany über die bisher geplante Laufzeit hinaus vor. Analysen deuten darauf hin, dass ein Betrieb von bis zu 80 Jahren technisch und wirtschaftlich realisierbar sein könnte.
Der Energiekonzern ČEZ hat den Vorbereitungsprozess für einen möglichen langfristigen Weiterbetrieb des Kernkraftwerks Dukovany gestartet. Der Schritt gilt als wichtiger Baustein zur Stärkung der Energieversorgung in der Tschechischen Republik und unterstreicht die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf eine stabile, emissionsarme Stromproduktion. Parallel dazu laufen Analysen zu einem möglichen längeren Betrieb des Kernkraftwerks Temelín.
Nach Angaben von ČEZ-Chef Daniel Beneš könnten die Reaktoren deutlich länger als bisher geplant am Netz bleiben. Bisher sei eine Laufzeit von rund 60 Jahren vorgesehen gewesen, aktuelle wirtschaftliche und sicherheitstechnische Bewertungen deuteten jedoch auf ein Potenzial von bis zu 80 Jahren hin. International entwickle sich eine solche Laufzeit zunehmend zum Standard, mehrere Anlagen verfügten bereits über entsprechende Genehmigungen. Voraussetzung bleibe eine kontinuierliche Überprüfung von Technik und Sicherheit.

Der mögliche längere Betrieb steht laut Unternehmen nicht im Widerspruch zu geplanten Neubauprojekten, darunter zusätzliche Reaktoren in Dukovany sowie kleine modulare Reaktoren. Hintergrund ist der erwartete deutliche Anstieg des Stromverbrauchs, der zusätzliche CO₂-arme Kapazitäten erforderlich macht.
Investitionen und positive Effekte auf zahlreiche Unternehmen im Land
Die tschechischen Kernkraftwerke investieren jährlich rund sieben Milliarden Kronen in Sicherheit und Modernisierung. Davon profitieren zahlreiche Unternehmen im Land – von klassischen Maschinenbauern bis hin zu spezialisierten Nukleartechnikfirmen. Die Projekte sichern Arbeitsplätze und schaffen zugleich Exportchancen.
Ein Betrieb über 80 Jahre würde umfangreiche Modernisierungen voraussetzen. Geplant sind unter anderem der Austausch zentraler Komponenten wie Generatoren, die Erneuerung von Rohrleitungen und Armaturen sowie die schrittweise Einführung neuer Steuerungs- und Sicherheitssysteme.
Die Entscheidungen über eine Laufzeitverlängerung erfolgen unter strenger Aufsicht der Staatlichen Behörde für nukleare Sicherheit. In regelmässigen Abständen werden umfassende Sicherheitsprüfungen durchgeführt, darunter periodische Bewertungen im Zehnjahresrhythmus.

Leistungssteigerung durch Modernisierung
Die bestehenden Reaktoren wurden in den vergangenen Jahren bereits technisch aufgerüstet. Die Blöcke in Dukovany erreichen heute eine Leistung von rund 512 Megawatt, während Temelín bei etwa 1.086 Megawatt liegt – deutlich mehr als bei der ursprünglichen Inbetriebnahme. Nach Angaben von ČEZ entspricht dies rechnerisch der Leistung eines zusätzlichen Reaktorblocks.
Weitere Modernisierungsschritte sind bereits geplant. In Dukovany sollen zentrale Teile der Maschinenanlagen, darunter Turbinen und Generatoren, erneuert werden. Parallel treiben beide Standorte umfangreiche Programme zur Modernisierung von Steuerungs- und Sicherheitssystemen voran.
Die Reaktordruckbehälter unterliegen zudem einem langfristigen Monitoring. Ein Austausch ist nach derzeitigen Erkenntnissen nicht erforderlich, der technische Zustand erfüllt weiterhin alle Anforderungen für einen sicheren Betrieb.








