ČEZ investiert heuer 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín
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Ziel ist es, den sicheren Betrieb des Kraftwerks langfristig zu gewährleisten und zugleich die durchschnittliche Jahresproduktion des Kernkraftwerks zu steigern

Der Energiekonzern ČEZ investiert in diesem Jahr 3,8 Milliarden Kronen in die Modernisierung des Kernkraftwerks Temelín. Insgesamt sind 237 einzelne Investitionsmaßnahmen geplant. Seit der Inbetriebnahme der Anlage flossen damit nahezu 38 Milliarden Kronen in ihre schrittweise Erneuerung und Weiterentwicklung.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Arbeiten stehen der Abschluss der Umstellung auf einen längeren Brennstoffzyklus, die Fortsetzung der Modernisierung des Leitsystems sowie der Ausbau des Einsatzes künstlicher Intelligenz und moderner Kontrollmethoden. Ziel ist es, den sicheren Betrieb des Kraftwerks langfristig zu gewährleisten und zugleich die durchschnittliche Jahresproduktion der tschechischen Kernkraftwerke auf 32 Terawattstunden zu steigern, also um rund zwei Terawattstunden mehr als bisher. Diese Marke wurde im vergangenen Jahr erstmals erreicht, wird 2026 jedoch etwas unterschritten, unter anderem wegen zweier geplanter Revisionen in Temelín. Sicherheit und Effizienz hätten dabei stets oberste Priorität, betonte Bohdan Zronek, Vorstandsmitglied von ČEZ und Leiter der Division Kernenergie.

Parallel dazu setzt Temelín die Einführung eines neuen Leitsystems des Unternehmens Westinghouse fort. Teile des Systems sind seit dem vergangenen Jahr im ersten Block in Betrieb, in den ersten Monaten dieses Jahres folgt die entsprechende Umrüstung im zweiten Block. Die schrittweise Modernisierung, die während der planmäßigen Revisionen erfolgt, soll bis 2029 abgeschlossen sein.
Zunehmend setzt das Kraftwerk auch auf künstliche Intelligenz. Bereits seit zwei Jahren wird sie eingesetzt, um den Eigenverbrauch zu senken, was jährlich Einsparungen von mehreren Tausend Megawattstunden bringt. Ab 2026 soll ihre Rolle weiter ausgebaut werden, insbesondere bei der Arbeit mit umfangreicher technischer und sicherheitsrelevanter Dokumentation.

Nach einem Jahr mit nur einer Revision stehen 2026 in Temelín zwei planmäßige Abschaltungen an. Mitte Februar wird Block zwei für rund zwei Monate vom Netz genommen, Mitte Oktober folgt Block eins für einen ähnlichen Zeitraum. Neben Brennstoffwechseln und Kontrollen werden dabei weitere Modernisierungen umgesetzt und die Umstellung auf den längeren Brennstoffzyklus abgeschlossen. In beide Reaktoren werden jeweils 66 neue Brennelemente eingesetzt, während 133 gebrauchte Elemente sicher in sieben Transportbehältern eingelagert werden.

Begleitet werden die Investitionen von einem personellen Ausbau. ČEZ plant, in diesem Jahr nahezu 100 neue Mitarbeiter:innen für Temelín einzustellen. Gesucht werden vor allem Fachkräfte mit technischer Ausbildung oder Praxiserfahrung, darunter Maschinenbauer, Elektriker und Werkstoffingenieure, aber auch Absolventen anderer Fachrichtungen finden Einsatzmöglichkeiten. Neben dem Generationenwechsel seien es vor allem die umfangreichen Modernisierungen, die zusätzlichen Personalbedarf mit sich bringen. Das Kernkraftwerk Temelín beschäftigt derzeit 1.552 Menschen.








