Über 200 Frauen in Tschechien sterben jährlich an Gebärmutterhalskrebs: Prävention kann Leben retten
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Neben einer Impfung sind jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen entscheidend, um der Krankheit vorzubeugen

Über 200 Frauen sterben jährlich in der Tschechischen Republik an Gebärmutterhalskrebs – Prävention durch Impfung und Vorsorgeuntersuchungen kann Leben retten.
Jeden Januar rückt weltweit das Thema Gebärmutterhalskrebs in den Fokus – eine Krebsart, der wir dank moderner Präventionsmöglichkeiten wie Impfung und organisiertem Screening wirksam vorbeugen können. In der Tschechischen Republik erkranken jedes Jahr fast 760 Frauen, über 200 sterben daran. Die Aufklärungskampagne „Zeig dem Krebs den Rücken“ (Ukaž rakovině záda) des tschechischen Gesundheitsministeriums in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Gesundheitsinstitut und dem Nationalen Screeningzentrum erinnert daran, dass frühzeitige Maßnahmen Leben retten können.
Ursache von bis zu 99 % der Fälle ist eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV), einer der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. HPV kann neben Gebärmutterhalskrebs auch andere Krebsarten wie Anal-, Genital- oder Kopf-Hals-Tumoren verursachen sowie Genitalwarzen. Etwa 80 % der Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit dem Virus in Kontakt. Meist bekämpft das Immunsystem die Infektion, in einigen Fällen bleiben jedoch Vorstufen zurück, die zu Krebs führen können.

Die wirksamste Schutzmaßnahme gegen HPV ist die Impfung. Sie schützt vor den riskantesten Virusvarianten, ist sicher, langjährig erprobt und gilt als eine der effektivsten Präventionsstrategien. Neben Gebärmutterhalskrebs verursacht HPV beispielsweise auch Kopf-Hals-Tumoren bei Männern, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Im Jahr 2023 wurden über 2.000 neue Fälle diagnostiziert, über 800 Patienten starben daran. In der Tschechischen Republik wird die HPV-Impfung über die gesetzliche Krankenversicherung für Mädchen und Jungen zwischen 11 und 15 Jahren abgedeckt.
Neben der Impfung sind jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen entscheidend. Dazu gehören auch Screeningtests, um mögliche Vorstufen früh zu erkennen. Frauen erhalten Cytologie-Tests, und im Alter von 35, 45 und 55 Jahren zusätzlich spezielle HPV-DNA-Tests. Karel Hejduk vom Nationalen Screeningzentrum erklärt: „Screening ist das effektivste Mittel, um fortgeschrittene Stadien von Gebärmutterhalskrebs zu verhindern. In der Altersgruppe von 25 bis 59 Jahren nahmen im letzten Jahr etwa 60 % der Frauen daran teil. Über drei Jahre betrachtet stieg die Teilnahme auf rund 80 %. Dennoch bleiben rund 20 % ungescreent und haben ein höheres Risiko. Nach dem 60. Lebensjahr nimmt die Teilnahme ab, obwohl das Erkrankungsrisiko steigt. Die Kampagne ‚Zeig dem Krebs den Rücken‘ richtet sich an Frauen jeden Alters, um Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.“
Das Ministerium für Gesundheit will weiterhin alle Maßnahmen unterstützen, Gebärmutterhalskrebserkrankungen zu bekämpfen. In der Nationalen Impfstrategie ist die Entwicklung eines Plans zur Verringerung von HPV-bedingten Erkrankungen vorgesehen. Ziel ist es, Tschechien in die Nähe von Ländern wie Schweden zu bringen, wo in einigen Regionen Gebärmutterhalskrebs bereits nahezu eliminiert ist.
Umfassende Informationen zur Prävention bietet das Nationale Gesundheitsinformationsportal NZIP unter Rakovina děložního čípku: prevence | NZIP (CZ) sowie das Screening-Programm unter cervix.cz (ENG).





