Weniger Straftaten in Tschechien, aber Anstieg bei Sexualdelikten
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Zu den am häufigsten untersuchten Delikten gehörten Betrugsfälle, Verstöße gegen behördliche Anordnungen – etwa das Fahren trotz Fahrverbots – sowie Ladendiebstähle

Die Zahl der registrierten Straftaten ist 2025 in Tschechien leicht zurückgegangen. Gleichzeitig verzeichneten die Behörden einen deutlichen Anstieg bei Sexualdelikten, auch die Zahl der Verurteilungen zunahm.
Nach Angaben der Polizei wurden im Jahr 2025 in Tschechien insgesamt 170.051 Straftaten registriert. Das entspricht einem Rückgang um 3.271 Fälle beziehungsweise 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aufgeklärt wurden 76.803 Straftaten, was einer Aufklärungsquote von 45,2 Prozent entspricht und damit nahezu dem Niveau von 2024 liegt.
Rückläufig war die Kriminalität in sieben der 14 Regionen des Landes. Die deutlichsten Rückgänge wurden in Prag sowie in der Region Ústí nad Labem verzeichnet.
Zu den am häufigsten untersuchten Delikten gehörten Betrugsfälle, Verstöße gegen behördliche Anordnungen – etwa das Fahren trotz Fahrverbots – sowie Ladendiebstähle. Die Wirtschaftskriminalität ging um 4,1 Prozent zurück. Noch stärker sank die sogenannte sonstige Kriminalität mit einem Minus von elf Prozent. Ausschlaggebend war dabei vor allem ein deutlicher Rückgang bei Fällen von nicht gezahltem Kindesunterhalt.
Sexualdelikte nehmen zu, Gewaltkriminalität bleibt stabil
Den stärksten Anstieg registrierten die Behörden bei Sexualdelikten. Die Zahl dieser Straftaten erhöhte sich im Jahresvergleich um 8,8 Prozent auf rund 3.700 Fälle. Besonders auffällig bleibt die Entwicklung bei Vergewaltigungen. Bereits zum zweiten Mal in Folge wurden mehr als 1.000 Fälle gemeldet. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 1.086 Vergewaltigungen, 19 mehr als im Vorjahr davor.
Die Gewaltkriminalität blieb dagegen weitgehend stabil. Insgesamt wurden 13.752 Gewaltdelikte erfasst, darunter 156 Tötungsdelikte.
Im vergangenen Jahr ermittelte die Polizei gegen 74.898 natürliche Personen sowie gegen 311 juristische Personen. Die Zahl der beschuldigten Personen ging im Vergleich zu 2024 leicht um 580 zurück. Der Anteil von Frauen an den beschuldigten Personen blieb mit rund 17 Prozent nahezu unverändert.
Nach Angaben der Justiz stieg die Zahl der rechtskräftig verurteilten Personen um 3,3 Prozent auf 47.980. Die Zahl der Gefangenen blieb hingegen nahezu konstant. Zum 31. Dezember 2025 befanden sich insgesamt 19.359 Personen in tschechischen Gefängnissen. Davon saßen 1.651 Personen in Untersuchungshaft, 17.590 verbüßten eine Freiheitsstrafe und 118 Personen befanden sich in Sicherungsverwahrung.
Im europäischen Vergleich gehört Tschechien weiterhin zu den Ländern mit einer hohen Gefangenenquote. Laut den jüngsten verfügbaren Daten von Eurostat für das Jahr 2024 lag das Land mit 178 Inhaftierten je 100.000 Einwohner auf dem vierten Platz innerhalb der Europäischen Union. Höhere Werte verzeichneten lediglich Ungarn, Polen und Lettland.
Die aktuellen Zahlen stammen aus der neu veröffentlichten Publikation „Kriminalität – Daten für das Jahr 2025“ (CZ) des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ), die Polizeistatistiken, Justizdaten, Informationen des Strafvollzugs sowie internationale Vergleiche zusammenfasst.








