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Fast jeder zweite Mensch in Tschechien ist von Suchtrisiken betroffen

Jährlich suchen bis zu 100.000 Menschen professionelle Hilfe – Beratungs- und Therapieangebote geraten zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen

Fast jeder zweite Mensch in Tschechien ist von Suchtrisiken betroffen
Foto: Vinicius Amano | Unsplash

Suchterkrankungen und riskantes Konsumverhalten betreffen in Tschechien weiterhin einen großen Teil der Bevölkerung. Das geht aus dem Gesamtbericht über Suchterkrankungen in der Tschechischen Republik 2025 hervor. Demnach weist nahezu die Hälfte der Bevölkerung ein erhöhtes Risiko auf, eine Abhängigkeit zu entwickeln.


Der aktuelle Bericht des Nationalen Beobachtungszentrums für Drogen und Sucht (NMS) analysiert die aktuelle Lage sowie langfristige Entwicklungen beim Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten, Alkohol, psychoaktiven Medikamenten, illegalen Drogen, Glücksspiel und digitalen Medien.


Dem Bericht (CZ) zufolge rauchen täglich rund 16 bis 17 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren, was etwa 1,5 Millionen Menschen entspricht. Zwischen 13 und 17 Prozent der Erwachsenen konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskantem Ausmaß. Das betrifft schätzungsweise 1,3 bis 1,6 Millionen Menschen. Weitere 650.000 bis eine Million Personen zeigen Anzeichen eines missbräuchlichen Konsums psychoaktiver Medikamente.


Fast jeder zweite Mensch in Tschechien ist von Suchtrisiken betroffen
Foto: Chase Fade | Unsplash

Die Zahl der Menschen mit riskantem Konsum illegaler Drogen wie Methamphetamin oder Opioiden wird auf bis zu 49.000 geschätzt. Problematisches Glücksspiel betrifft etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung beziehungsweise rund 180.000 bis 275.000 Menschen. Darüber hinaus gelten nach Einschätzung der Experten bis zu 450.000 Erwachsene als gefährdet, digitale Abhängigkeiten zu entwickeln.


„Die geschätzte Zahl der Menschen mit einem Risiko für die Entstehung und Entwicklung von Abhängigkeiten bleibt in Tschechien seit Jahren weitgehend unverändert“, erklärte die Leiterin des Nationalen Beobachtungszentrums für Drogen und Sucht, Pavla Chomynová.


Jährlich suchen rund 100.000 Menschen professionelle Unterstützung


Die gesundheitlichen Folgen sind erheblich. Schätzungen zufolge sterben jährlich zwischen 16.000 und 18.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Weitere 6.000 bis 7.000 Todesfälle werden mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Rund 1.000 Menschen sterben jedes Jahr infolge des problematischen Konsums psychoaktiver Medikamente oder illegaler Drogen.


Fast jeder zweite Mensch in Tschechien ist von Suchtrisiken betroffen
Foto: Colin Davis | Unsplash

Neben den gesundheitlichen Auswirkungen verweist der Bericht auch auf soziale Folgen wie Wohnungsverlust, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten sowie Belastungen für Familien und das persönliche Umfeld. Jährlich suchen rund 100.000 Menschen professionelle Hilfe wegen Suchterkrankungen oder suchtähnlicher Verhaltensweisen.


Besonders deutlich steigt die Zahl der Menschen, die mehrere Suchtmittel gleichzeitig konsumieren. Auch die Nachfrage nach Behandlungen im Zusammenhang mit Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig warnen die Autoren des Berichts vor unzureichenden Kapazitäten in Beratungs- und Behandlungseinrichtungen. Die hohe Nachfrage führe vielerorts zu langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz.


Im europäischen Vergleich schneidet Tschechien bei einigen Indikatoren jedoch weiterhin vergleichsweise gut ab. Die Zahl drogenbedingter Infektionen sowie tödlicher Überdosierungen liegt nach wie vor auf einem niedrigen Niveau.


Der Bericht enthält zudem mehrere Empfehlungen für die zukünftige Suchtpolitik. Dazu gehören der Ausbau von Hilfsangeboten in allen Regionen des Landes, eine bessere Versorgung von Menschen mit gleichzeitig bestehenden psychischen Erkrankungen sowie Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Qualität suchttherapeutischer Leistungen.



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