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Von Wien nach Prag in 2,5 Stunden: Österreich und Tschechien planen Stärkung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs

Auch Entwicklung der Bahnverbindung Linz–České Budějovice–Prag wird vorangetrieben

Von Wien nach Prag in 2,5 Stunden: Österreich und Tschechien planen Stärkung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs
Foto: BMIMI | Tobias Holzer

Mit einer neuen Vereinbarung treiben Österreich und Tschechien den Ausbau zentraler Bahnverbindungen in Mitteleuropa weiter voran. Im Fokus stehen schnellere Verbindungen, höhere Kapazitäten und eine bessere Abstimmung bei grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten.


Der österreichische Mobilitätsminister Peter Hanke hat am Freitag in Wien gemeinsam mit seinem tschechischen Amtskollegen Ivan Bednárik eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zur weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der grenzüberschreitenden Eisenbahninfrastruktur unterzeichnet.


Im Fokus der Vereinbarung steht insbesondere der Ausbau bedeutender europäischer Bahnachsen zwischen Wien, Prag und Berlin sowie zwischen Linz, České Budějovice und Prag. Langfristiges Ziel ist es, die Fahrzeit auf der Verbindung Wien–Prag auf 2,5 Stunden zu reduzieren. Beide Länder bekräftigen damit ihr gemeinsames Engagement für eine nachhaltige, klimafreundliche Mobilität und die Stärkung des Schienenverkehrs im Herzen Europas.


Von Wien nach Prag in 2,5 Stunden: Österreich und Tschechien planen Stärkung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs
Foto: Ministerstvo dopravy ČR

„Der Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur mit Österreich ist sowohl für die tschechischen und österreichischen Bürger als auch für unsere Volkswirtschaften von zentraler Bedeutung. Bislang fehlt uns eine Autobahnverbindung, und auch die Eisenbahn hat es nicht gerade leicht“, erklärt Tschechiens Verkehrsminister Bednárik.


Via Vindobona als zentrales Zukunftsprojekt: Wien–Berlin in 4 Stunden, Wien–Prag in 2,5 Stunden


Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der sogenannten „Via Vindobona“, der Bahnverbindung Wien–Prag–Berlin. Sie gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die europäische Vernetzung im mitteleuropäischen Raum. Auf österreichischer Seite wird insbesondere der Ausbau der Nordbahn zwischen Wien und der Grenze bei Břeclav vorangetrieben. Ziel ist eine Streckengeschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde. Parallel dazu laufen in Tschechien die Planungen für neue Hochleistungsstrecken zwischen Prag, Brünn und Břeclav sowie in Richtung Deutschland. Bis 2040 sollen die Strecken so ausgebaut sein, dass Verbindungen zwischen Wien und Prag in 2,5 Stunden sowie zwischen Wien und Berlin in rund 4 Stunden möglich sind.


Von Wien nach Prag in 2,5 Stunden: Österreich und Tschechien planen Stärkung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs
Ministerstvo dopravy ČR

Studie für Hochleistungsverbindung Linz–Prag


Auch die Entwicklung der Bahnverbindung Linz–České Budějovice–Prag wird vorangetrieben. Eine gemeinsame Studie der ÖBB-Infrastruktur AG und der Správa železnic soll bis Ende 2026 eine fundierte Grundlage für eine mögliche Hochleistungsverbindung schaffen. Dabei werden sowohl das Verkehrsaufkommen als auch Kosten und Nutzen umfassend analysiert.


Auch die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs sowie die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens auf Ebene der Europäischen Union waren ein Thema in Wien. Minister Bednárik stellte der österreichischen Seite eine tschechische Initiative vor, die auf die Stärkung der Rolle der Eisenbahn im Güterverkehr und den Abbau von Barrieren im grenzüberschreitenden Betrieb abzielt.


Zum Abschluss des Treffens verständigten sich beide Minister darauf, die intensive Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Umsetzung zentraler Verkehrsprojekte zwischen der Tschechischen Republik und Österreich fortzusetzen.

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